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Best Practice: Siemens ist barrierefrei

27. September 2004

Der Leitspruch von Siemens lautete lange Zeit "be inspired" was Erhebungen zu Folge nur von 15% der Bevölkerung korrekt verstanden wurde. Nicht unbedingt förderlich, um Barrieren abzubauen. Ganz anders verhält es sich da mit dem neuen Internetauftritt von Siemens in der Schweiz. Oder sagen wir: mit einem Teilauftritt. Unter w3.siemens.ch/wai/index.php kann man eine komplett barrierefreie Version der Siemens-Website abrufen. Und um es vorneweg zu nehmen: es ist ein wirklich gutes Beispiel für Barrierefreiheit - Best Practice, um es auf Neudeutsch zu sagen.

Das fängt schon mit validem Code an, in diesem Fall XHTML 1.0 Transitional. Auch die Cascading Stylesheets validieren nach den gängigen W3C-Standards. Hier zeigt sich, dass auch große Seiten durchaus in der Lage sind, Standards einzuhalten und somit den Grundstein für Barrierefreiheit zu legen. Das weltweite soziale Engagement von Siemens im Rahmen von Corporate Citizenship spielt wohl auch eine Rolle bei der umfassenden Umsetzung von Barrierefreiheit. Dies geht auch aus der Pressemitteilung hervor:

Für behinderte Menschen ist der gleichberechtigte Zugang zum weltweiten Informationsnetz eine wichtige Voraussetzung zur sozialen Integration. [...] In der Schweiz sind seit dem 1. Januar 2004 das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) und dessen Verordnung (BehiV) in Kraft. Darin vorgeschrieben ist die Sicherstellung der Zugänglichkeit von Internetangeboten für Sprach-, Hör-, Sehbehinderte. Diese Bestimmungen beziehen sich jedoch nur auf die Institutionen der öffentlichen Hand. Siemens Schweiz hat als eine der ersten Unternehmen aus freien Stücken eine barrierefreie Internetseite auf die Beine gestellt. 

Doch nicht nur Menschen mit Behinderungen profitieren von der Siemens-Seite, sondern auch und vor allem Senioren. Das kommt verstärkt bei der Produktentwicklung von Siemens zum Ausdruck, denn im Bereich der mobilen Endgeräte gibt es bereits zahlreiche Lösungen, die älteren und behinderten Menschen den Zugang zur Technik erleichtern. Mit der neuen Internetpräsenz, bei der die Schrift skalierbar ist, alle Grafiken mit Alternativ-Texten ausgestattet sind und bei der die Kontraste durchaus ausreichend sind, wurde zudem eine Informationsquelle für eben diese Zielgruppe geöffnet, um den Zugang zu den wichtigen Produktinformationen so vielen Menschen wie möglich zu ermöglichen.

Überraschungen & Fragen 

Überrascht hat uns die Tatsache, dass Abkürzungen und Akronyme durchgehend ausgezeichnet wurden. Schön, dass dies vor allem bei den Produktbeschreibungen ebenfalls durchgehalten wurde. Lobenswert ist auch die Auszeichnung von Sprachwechseln, die in allen Bereichen - auch in der Navigation - konsequent verfolgt wird. Insgesamt ergibt sich so ein Best Practice Beispiel für Barrierefreiheit, das wir gerne weiterempfehlen.

Fragen wirft lediglich das Impressum auf, das dem Besucher der Seite nahelegt, die Seiten mit dem Netscape Navigator ab Version 7.1 oder dem Internet Explorer 6.x zu besuchen. Und das, obwohl auch Opera, Firefox und Lynx mit der Seite gut klarkommen, ganz zu schweigen von Safari oder der Version 3.3 des Konqueror. Schwächen in älteren Internet Explorern und eine fehlende Browser-Weiche für das Filtern von älteren Browsern trüben zwar das Gesamtbild, denn so ist es zwar auf modernen und rein textbasierten Ausgabegeräten möglich, sich die Seiten anzeigen zu lassen, allerdings nicht auf allen Endgeräten. Das gilt auch für eine Druckversion, die wir wiederum schmerzlich vermissen und uns mit einer nicht gestylten Version der Seite abfinden müssen. Das berühmte Haar in einer sonst sehr gelungenen Suppe. Andere sollten sich von dieser Siemens-Seite inspirieren lassen. Wir sagen: Best Practice Barrierefreiheit und Gratulation in die Schweiz. 

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