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Undank ist des Barriere-Testers Lohn

17. Juli 2006

In drei Jahren Barrierekompass haben wir mehr als 800 Barriere-Checks durchgeführt und viele Rückmeldungen auf unsere Testergebnisse erhalten - positive, wie negative. Im Gegensatz zum Papst haben wir keinen Unfehlbarkeits-Anspruch, aber was wir uns da gerade von einem Website-Betreiber als Antwort auf einen kostenlosen Barriere-Check anhören mussten ... lesen Sie selbst!

Der Brief

Sehr geehrter Herr Morsbach, oder sollte ich lieber sagen:

Sehr geehrter schlechter Programm-Algorithmus?

Ich dachte Ihr Barriereckeck wäre ei nützliches Angebot, um eine weitergehende seriöse Einschätzung zu einer Websites  zu erhalten. Tatsächlich scheint dies eher eine bewusst hintergründige Werbung für Ihre Seminarangebote zu sein.

Einige allgemeine Empfehlungen Ihres Checks bezüglich W3C treffen zweifellos (bekanntermaßen) zu - aber Statements z.B. in der Art "Ihre Seite nutzt JavaScript zum Layout beziehungsweise zur Funktionserweiterung" zeigen leider allzu deutlich auf, dass Ihr "Barrierecheck" nicht mehr ist als ein schlechtes Argument zur Geschäftemacherei mit berechtigten Interessen behinderter Menschen!

Kein MENSCH hat sich anscheinend der Analyse bemüht, sondern naheliegend lediglich ein leider unintelligenter mathematischer Algorithmus, es sei denn Sie betrachten z.B. Google-Adsense-Werbung als "Funktionserweiterung" usw.

Ihr angeblicher "Barrierecheck" ist aufgrund der mehrmals falschen objektiven Berichtsergebnisse nicht mehr als eine Farce!

Dass Sie Allgemeinnutzen und definitive humane Beteiligung vorgaukeln, ist eine Unverschämtheit sondersgleichen  und eine Schande für die eigentlich löbliche Arbeit des W3C zur Schaffung nicht-proprietärer Barrierefreiheit!

Werfen Sie bitte schnellstmöglich Ihren BIENE-Award aus dem Fenster ... und schämen Sie sich für die Priorität kommerzieller Interessen vor denen behinderter Mitmenschen. Oder setzen Sie Ihre grottenschlechten Programmierer auf die Straße.

"Ihr Internetauftritt ist farblich für Menschen mit Sehschwäche (Farbenblindheit, starke Kurzsichtigkeit, etc.) teilweise problematisch".

Wir haben MENSCHEN mit beträchtlicher Sehbehinderung/Sehschwäche Kontraste testen lassen! Nicht wie Sie offensichtlich nur Programme!

Jörg Morsbach, Sie wollen ein seriöser Geschäftsführer sein?

Dann besinnen Sie sich einmal wieder auf das, was Sie hoffentlich in Sozialethik von der Uni behalten haben!

Sie scheinen aber noch genug unerfahrene Mitarbeiter der öffentlichen (Haushalts-)Hand zu finden - wir trauern den Steuergeldern nach!

Sie [sind] meiner und unserer ungeteilten Meinung nach eine Schande für dieses ernste Anliegen und nicht mehr als ein vordergründig unmoralischer Geschäftemacher!!! Ich schäme mich mit für Sie als Angehöriger unseres Standes! So tief sinken gottlob nur wenige!

Unser Kommentar

Wir haben wirklich nichts gegen anderslautende Meinungen und natürlich kann man Testergebnisse auch immer diskutieren. Hier hat man sich aber gar nicht erst die Mühe gemacht, nachzufragen oder zu hinterfragen. Wer so barrierefrei ist, sollte eigentlich sofort eine goldene BIENE erhalten, ohne den lästigen Testweg zu beschreiten.

Vor einigen Jahren gab es eine lebhafte Debatte über die Mitnahme-Mentalität in Deutschland. Mit dem Barriere-Check stellen wir das leider auch immer häufiger fest und schlimmer noch: Gut gemeinte Ratschläge werden dann ins Gegenteil verkehrt und resultieren in derartigen Beschimpfungen.

Nicht verheimlichen möchten wir aber, dass wir fast täglich positives Feedback auf unseren (kostenlosen) Test-Service erhalten. Ein paar nette Worte entschädigen dann für das händische und oft mühevolle Testen von Websites, wobei "Test" im Falle einer kostenlosen Überprüfung nur eine grobe Einschätzung ist. Eine ausführliche Analyse, wie wir Sie mit dem Barriere-Check Pro anbieten, ist es keinesfalls, aber das kann man von einem kostenlosen Service wohl auch nicht verlangen, oder?

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