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Rückblick: Contentmanager.days 2006

29. November 2006

Drei Keynotes stimmten die Teilnehmer auf zwei Tage rund um das Thema Content Management ein und setzten Zeichen: Internet, Intranet, Technik und Mensch wollen unter einen Hut gebracht werden. Kein Wunder also, dass sich die Veranstaltung in zwei Themen-Tracks teilte: ECM und WCM.

Das Informationsmanagement im Wandel

Schon heute können wir nicht mehr alle Informationen verarbeiten, die uns angeboten werden. Umso wichtiger sind geeignete Systeme, die den Menschen dabei unterstützen, Informationen zu archivieren und gezielt wieder auffinden zu lassen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Bestes Beispiel: Das Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek. Kennen Sie nicht? Die Verordnung hat die Zielsetzung, die ab 1913 im Ausland veröffentlichten deutschsprachigen Medienwerke, Übersetzungen deutschsprachiger Medienwerke in andere Sprachen und fremdsprachigen Medienwerke über Deutschland zu archivieren. Das schließt natürlich auch elektronische Publikationen mit ein. Wie soll so etwas archiviert und zum Finden aufbereitet werden? Welche Probleme entstehen hinsichtlich des Datenschutzes? In einer immer komplexer werdenden Welt sind wir zunehmend auf nutzerfreundliche Systeme angewiesen, die immer mehr Bereiche unseres alltäglichen Lebens in die gezielte und systematische Archivierung von Informationen mit einbeziehen - inklusive der späteren Wiederauffindbarkeit. Die Süddeutsche Zeitung hat angesichts derart komplexer Archivierungs-Absichten Recht: Sisyphos muss ein glücklicher Mensch gewesen sein.

Direkt aus der Praxis

Was die Contentmanager.days 2006 auszeichnet ist der direkte Bezug zur Praxis: Nicht das einzelne Produkt steht im Vordergrund, sondern die erzielte Lösung. Entsprechend auch die Referenten-Struktur, die sich aus Marketing- und IT-Mitarbeitern einzelner Unternehmen zusammensetzt und nicht aus Vertriebsprofis von CMS-Herstellern zusammensetzt. Hier macht sich die Umstrukturierung und Themen-Trennung bemerkbar, die im Vorfeld der diesjährigen Contentmanager.days angestrebt wurde. Mit Erfolg! Einziger Wehmutstropfen: Überzogene Pausen und dadurch häufig Verzögerungen. Da konnten sich die Referenten mühen, wie sie wollten, der Zeitplan geriet an beiden Tagen aus dem Ruder.

Auf der anderen Seite gaben die Veranstalter den Teilnehmern auf diese Weise die Möglichkeit, die Gespräche rund um das Thema Content Management zu vertiefen und so fanden sich schnell Interessensgruppen und Gleichgesinnte. Zum guten Miteinander gehört in Leipzig schon immer auch eine Abendveranstaltung, die das Attribut "perfekt" verdient hat. Mit dem Zoo als außergewöhnlicher Location und Themen-Tischen, abgerundet von gutem Essen und intensiven Gesprächen bis in den frühen Morgen, war für jeden etwas geboten. Zudem wurde auch hier der direkte Bezug zur Praxis im Nachklang zu den einzelnen Vorträgen hergestellt.

Web 2.0 im Kommen

Klares Buzz-Word der Veranstaltung: Web 2.0 - wie nicht anders zu erwarten. Geboten wurde aber nur allerlei AJAX-Zauber in Front- und Backend. Eine echte Einbeziehung von "user generated content" war kaum zu entdecken, sieht man einmal von zaghaften Blogging-Gehversuchen großer Unternehmen ab.

Interessant aus meiner Sicht: Technische Barrierefreiheit hat die großen CMS-Hersteller und auch die ToDo-Listen vieler Unternehmen erreicht. Wenngleich man über die Ernsthaftigkeit der Absichten erst in vielen Jahren urteilen kann, ist es doch ein bemerkenswerter Wandel im Vergleich zu den Contentmanager.days 2004: Damals waren Themen wie ATAG & WCAG absolutes Neuland.

Fazit

Eine gelungene Veranstaltung, die im Vergleich zum Vorjahr deutlich an Qualität gewonnen hat und definitiv mehr Besucher verdient hat. Erstaunlich: Aus dem öffentlichen Sektor waren so gut wie keine Teilnehmer anwesend, gleiches gilt für die Agentur-Szene. Scheinbar vertraut man in diesem Bereichen auf altbewährte Konzepte, die angesichts der Informationsflut zumindest fragwürdig erscheinen.

Mit den Contentmananger.days 2006 ist den Veranstaltern ein glanzvolles Jahresabschluss-Event geglückt, auch wenn es noch einige Schwächen gab. Schade auch, dass für den Live-Vergleich von vier Systemen am Ende nur zwei Systeme angetreten sind - die aber zeigten, wie unterschiedlich und durchaus komplex derartige Lösungen sein können.

Insgesamt ist der Mensch wieder in den Fokus gerückt. Die Kreativität des Nutzers steht im Vordergrund und die Technik muss diesen Prozess geeignet unterstützen. Vielen Unternehmen steht daher ein Systemwandel ins Haus, wenngleich es sicher nicht der erste Wandel ist. Mit der Zusammenführung von benutzergenerierten Inhalten, dem Einbinden taxonomischer Elemente (wie Tagging) und der Aufbereitung bereits archivierter Inhalte aus Dokumenten, Web-Inhalten und anderen Datenquellen hat das Content Management eine neue Herausforderung zu bewältigen. Deshalb gilt es, jetzt mit der Lösung dieser Aufgaben zu beginnen und die richtigen Systeme auszuwählen, um der Informationsflut in Zukunft angemessen zu begegnen. Sonst drohen Horror-Szenarien, wie beispielsweise das Nicht-Auffinden einer wichtigen E-Mail für einen Gerichtsprozess. So etwas soll im realen Leben bereits vorgekommen sein.

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