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Zugang zu Grafiken für Blinde

14. Januar 2004

Die Freie Universität Berlin, Institut für Informatik befasst sich in einer umfangreichen Publikation mit der Frage, wie grafische Formate für blinde Menschen zugänglich gemacht werden können. Unsere Umwelt wird von grafischen Elementen dominiert und zwar nicht nur, weil sie oft gut gestaltet sind, sondern auch, weil mit ihnen Informationen vielfach effizienter zu vermitteln sind. Im Extremfall ist eine Information sogar nur grafisch angemessen zu vermitteln.

Das betrifft natürlich auch und vor allem die virtuelle Welt. Benutzungsoberflächen unserer Rechner oder Programme werden mehr und mehr grafisch. Das betrifft auch solche Anwendungsprogramme, bei denen Grafiken nicht zwangsläufig zur nötigen Ausstattung gehören (E-Mail-Programme und Datenbanksysteme).

Bei dieser Entwicklung wurde allerdings eine Benutzergruppe vergessen, die erst wenige Jahre zuvor mit dem Computer in Berufsfelder vordringen konnte, die ihnen zuvor kaum zugänglich waren: Blinde Menschen erhielten in den Achtzigern durch die Einführung des PC und gewisser Zusatzausstattung Zugang zu vielen Büroberufen. Dieser Zugang droht nun durch die Überschwemmung mit immer mehr grafischer Information wieder verbaut zu werden. Auch Kommunikationsmedien wie das Internet enthalten viele Informationen in grafischer Form. Der Begriff "Grafik" wird übrigens für jede nicht auf Text beruhende zweidimensionale Form der Information verwendet, die auf visuellem Weg wahrgenommen wird.

Der Beitrag der Freien Universität Berlin zeigt die Notwendigkeit, blinden Menschen Zugang auch zu grafischen Darstellungen zu verschaffen. Es werden vorhanden Techniken, die diesen Zugang verschaffen, dargestellt und abschließend technische und konzeptionelle Probleme bei der Umsetzung behandelt.

Für alle betroffenen Menschen ist dies sicherlich eine tolle Entwicklung. Auch, wenn sie wohl noch lange nicht alltagstauglich zur Verfügung steht, geschweige denn bezahlbar wäre. Das Anliegen der Freien Universität Berlin ist bemerkenswert. Selbst wenn ein blinder Mensch zur Wahrnehmung einer Grafik länger brauchen würde als ein Sehender, muß man ihm doch zumindest die Möglichkeit geben, gleichwertige Informationen wie Sehende aus einem grafischen Dokument zu entnehmen.

Die Freie Universität Berlin geht in ihrer Forderung sogar noch einen Schritt weiter:

Die kognitive Belastung bei der Wahrnehmung der grafischen Information darf nicht wesentlich höher sein als bei Sehenden. Schließlich "betrachtet" der Blinde die Grafik im Rahmen einer Arbeitsaufgabe, deren Lösung die eigentliche geistige Leistung sein sollte.

Eine tolle Herausforderung und für sehende Menschen wohl kaum vorstellbar. Wer weitere, ausführliche Informationen zu diesem Thema sucht, findet hier weiterführende Informationen der Universität Oldenburg. Die ursprüngliche Publikation der Freien Universität Berlin ist leider nicht mehr online verfügbar.

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