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Zielgruppe 50plus - Werbung und Design für die Bestager

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Nachdem die Kommunikations- und Werbebranche jahrelang Menschen jenseits der 50 ausgeblendet hat, beginnt man jetzt langsam zu begreifen, dass die demografische Entwicklung nicht aufzuhalten ist. Im Jahre 2002 waren, laut Page, 36 Prozent der deutschen Bevölkerung über 50 Jahre alt. 2010 werden es voraussichtlich 40 Prozent sein und 2030 sogar die Hälfte der deutschen Bevölkerung.

Zwar gilt diese Zielgruppe unter Designern und Medienprofis als schwierig - Designer und Medienprofis sind allerdings auch ein Völkchen für sich - aber die Kaufkraft dieser Zielgruppe ist gewaltig. 70 Prozent der gesamtdeutschen Vermögensbestände sind in Händen von Über-50-jährigen, so die Page. Die monatliche Kaufkraft beläuft sich auf mehr als 12 Milliarden Euro und entgegen landläufiger Meinung halten 45 Prozent dieser Generation nichts von sparsamer Lebensweise, sondern geben ihr hart erarbeitetes Geld lieber selbst wieder aus.

Wie bei jeder Zielgruppe ist auch bei der Zielgruppe der Über-50-jährigen einiges zu beachten. Menschen jenseits der 50 fühlen sich noch lange nicht alt. Für viele Menschen fängt jenseits der 50 ein völlig neuer Lebensabschnitt an. Ein Lebensabschnitt, in dem viele mehr Zeit und auch mehr Geld haben, so die Page.

Trotzdem bringt das Alter auch Veränderungen mit sich, die bei einer adäquaten Ansprache der "Babyboomer" zu berücksichtigen sind. Veränderungen, die vor allem die Bereitstellung von Informationen im Internet stark beeinflussen werden.

Denn eins ist sicher, das Sehen im Alter lässt nach. So haben zum Beispiel 60-Jährige nur noch 74 Prozent, 80-Jährige sogar nur noch 47 Prozent der Sehschärfe von 20-Jährigen. Die dynamische Sehschärfe (bewegte Objekte) wird schon ab 50 Jahren deutlich beeinträchtigt. Ältere Menschen haben darüber hinaus ein kleineres Sehfeld und können nur langsam von Nah- auf Fern-Sehen umstellen. Desweiteren lässt sich, so schreibt die Page, bei älteren Menschen eine erhöhte Blend- und Flimmerempfindlichkeit feststellen, was zu einen erhöhten Bedarf an Beleuchtung und Kontrast führt. Schlussendlich verringert sich die Farbempfindlichkeit, vor allem bei Blau und Grün.

Spätestens an dieser Stelle hätte die PAGE, die immerhin den BIENE-Award unterstützt hat, die Brücke zum Thema barrierefreies Internet schlagen müssen. Zumal sie in ihrem Artikel selbst feststellt, dass es im Internet noch vergleichsweise gruselig aussieht. Laut dem Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) gibt es im Internet bisher nur wenig gelungene und unendlich viele schlechte Beispiele für auf Bestager ausgerichtete Internetseiten.

Einige Regeln für zielgruppengerechte Gestaltung im Internet nennt das ZAWiW: ganz wichtig ist es die Seiten übersichtlich zu halten. Eher warme Farbtöne verwenden und skalierbare Schrift einsetzen. Links und Buttons sollten nicht zu klein und gut gekennzeichnet sein, da nicht nur die Sehfähigkeit, sondern auch das motorische Feingefühl mit dem Alter nachlässt. Ältere Internetnutzer mögen zudem, laut Birgit Böttger vom ZAWiW, auch keine Animationen. Dafür bevorzugen sie aber Internetseiten mit einer Druckversion, da sie längere Texte am Bildschirm ohnehin nur ungern lesen. Zusammengefasst, sollten Internetseiten klar strukturiert, übersichtlich und benutzerfreundlich und nicht zu kleinteilig sein, wenn man die Generation 50plus nicht ausschließen will, so Frau Böttger in der PAGE. In einem Wort also: Barrierefrei.

Warum die Zeitschrift PAGE also das Thema Zielgruppe 50plus nicht mit dem Thema Barrierefreiheit verbindet, zumal die Zeitschrift offizieller Unterstützer des BIENE-Award ist, will sich nicht recht erschließen. Von Barrierefreiheit können alle profitieren, nicht zuletzt die Zielgruppe 50plus.

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