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Webstandards: Slashdot ohne Tabellen

24. September 2005

Eine der wohl besucherstärksten Websites weltweit hat den Sprung vom Tabellen-Layout zu standardkonformem HTML mit CSS-Unterstützung geschafft: Slashdot. Nach mehr als acht Jahren konnten alle Inhalte umgestellt und die Zukunft von Slashdot eingeläutet werden.

60.000 Artikel & 13 Millionen Kommentare

Die beeindruckende Anzahl von sechzigtausend Artikeln und dreizehn Millionen Kommentaren wurden auf das neue System umgestellt. Dabei schrumpfte die Seitengröße von rund 100KB auf etwa 35KB, also noch ein Drittel des ursprünglichen Transfer-Volumens pro Seitenaufruf. Bei rund 3 Millionen Seitenabrufen pro Tag macht sich unter dem Strich eine Ersparnis von mehr als 150 Gigabyte bei der verbrauchten Bandbreite an nur einem Tag bemerkbar. In einem Monat sind das bei etwa 80 Millionen Seitenaufrufen rund 12 Terabyte oder fast 16.000 CD-ROMs - eine unglaubliche Einsparung. Man muss kein Rechenkünstler sein, um zu wissen, dass sich das finanziell in geringeren Ausgaben bemerkbar macht.

Möglich wird all das durch die Trennung von Inhalt und Design, auch wenn man beim Redesign von Slashdot nicht alle Möglichkeiten ausgereizt hat. Beispielsweise hat man auf XHTML zugunsten von HTML 4.01 verzichtet und im Bereich der Validität nimmt man eine Reihe von Fehlern in Kauf, auch wenn versichert wird, dass einige Validierungs-Fehler noch behoben werden. Das Portal ist schlicht zu groß und mit zu vielen externen Schnittstellen verknüpft, um eine Null-Fehler-Quote gewährleisten zu können. Das weiß man auch bei Slashdot und nimmt gewisse Einschränkungen in Kauf.

Slashdot trifft Zen Garden

Mit dem neuen Code-Gerüst, das komplett auf CSS zum Layout baut, verfolgt Slashdot eine Route, die Daniel Fommelt bereits Ende November 2003 in seinem Artikel "Retooling Slashdot with Web Standards" vorgezeichnet hat. Mit seinem Vorschlag hat die endgültige Version kaum mehr als die Idee gemeinsam und es bleibt auch weiterhin Raum für Optimierungen. Dennoch hat man sich bei Slashdot weitreichende Gedanken vor dem Relaunch gemacht und beispielsweise ein Extra-Stylesheet für mobile Endgeräte eingebunden. Doch damit ist man bei weitem noch nicht am Ende angelangt.

Zukünftig plant man mit zusätzlichen Darstellungsvarianten, auch Themes genannt. Schon jetzt sind Slashdot-Nutzer aufgefordert, mit dem neuen Code-Konstrukt und den CSS-Dateien zu experimentieren und das Ergebnis an Slashdot zu senden. Das klingt ein wenig nach dem CSS Zen Garden im Großformat. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass es demnächst einen offizielen Wettbewerb geben soll, um Slashdot zu pimpen, wie man neuerdings so schön sagt.

Design: Eins zu eins umgesetzt

Erstaunlich am Relaunch von Slashdot ist die nahezu identische Umsetzung des bisherigen Layouts ohne Tabellen für nahezu alle Browser und Betriebssysteme. Dazu wurden monatelang Testversionen in allen möglichen Varianten erprobt und auf kuriosesten Browser-Plattform-Kombinationen geprüft. Die Entwickler räumen dennoch ein, dass es auch nach dieser ausgiebigen Beta-Phase noch immer zu Problemen mit der Darstellung kommen kann, zumindest in Einzelfällen.

Wir freuen uns, dass Slashdot den Weg in die Zukunft des Webdesigns eingeschlagen hat. Noch mehr freuen wir uns über schnelle Ladezeiten und den ausstehenden "Pimp my Slashdot" Wettbewerb und dessen Ergebnisse.

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