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Webseiten | Internetseiten von Banken getestet

2. Februar 2004

Einer der peinlicheren Vorfälle des letzten Jahres war wohl die werbewirksame Ankündigung der NetBank, man biete nun barrierefreies Online-Banking an. Auf die Pressemitteilung folgte der Verriss in zahlreichen Medien und Foren, gleichsam war es auch der erste Artikel in der Rubrik Aktuelles des Barrierekompass.

Eine aktuelle Studie hat sich die Internetpräsenzen der Banken einmal genauer angesehen. Das Institut für Bankinnovationen veröffentlichte kürzlich einen Bericht mit der Beurteilung zahlreicher Bankauftritte. Dabei wurden insgesamt vier Bewertungskategorien berücksichtigt: Usability, Online-Banking und -Brokerage, Beratungsqualität und Sonstige Informationen. Überraschend, dass vor allem kleinere Institute auf den vorderen Plätzen landeten. Überraschend vor allem deshalb, weil die Internetseiten erstmals auch auf Barrierefreiheit hin untersucht wurden. Leider lässt die frei erhältliche Zusammenfassung der Studie keine Rückschlüsse darauf zu, wie die Barrierefreiheit in Bezug auf das Gesamtergebnis bewertet wurde. Der zuständige Projektleiter Michael Rill sieht in diesem Punkt enormen Nachbesserungsbedarf bei den Bankenseiten, denn überzeugen konnte keine der getesteten Seiten. Es scheint, so Rill, als haben sich die Banken nicht hinreichend mit der Thematik auseinandergesetzt. Anders ist es auch kaum zu erklären, dass selbst die Siegerseite der Sparkasse Chemnitz mit Frames, fixen Schriftgrößen und einem JavaScript-Arsenal zu Werke geht. Dies mag zu Teilen daran liegen, dass die Sparkassen einen Rahmenauftritt für alle beteiligten Häuser vorgeben. Zwar kann die einzelne Sparkasse hier noch individuelle Inhalte präsentieren, in Punkto Design und HTML-Vorgaben ist das Korsett jedoch recht starr, aber auch kostengünstiger als Individualauftritte, da die Kosten auf mehrere Schultern verteilt werden.

Überzeugt hat die Tester das Gesamtkonzept der Sparkasse Chemnitz, die die Internetseiten von Deutscher Bank und Commerzbank auf die Plätze zwei und drei verwies. Und das, obwohl die Sparkasse Chemnitz in keinem der Prüfpunkte das beste Ergebnis erzielt, dafür aber im Gesamteindruck ganz vorne lag. Mit den Sparkassen Ostholstein und Witten liegen zwei weitere Sparkassen unter den besten zehn Banken in diesem Test.

Alarmierend ist neben der mangelnden Barrierefreiheit auch die schlechte Benutzbarkeit der Internetseiten. Im Schnitt liegt der Erfüllungsgrad für Usability bei den Banken bei 50%. Bleibt die Frage danach, wann die Banken dem Thema "Barrierefreies Internet" und Usability endlich ein offenes Ohr verleihen und ihre Auftritte an den Anforderungen für benutzerfreundliche Internetseiten für alle ausrichten.

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