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Webkongress Erlangen: Zwei Tage Barrierefreiheit

19. Oktober 2006

Erstmals fand eine große Accessibility-Veranstaltung im Süden der Republik statt und rund 250 Besucher, größtenteils aus dem Öffentlichen Dienst, folgten dem Ruf des RRZE nach Erlangen. Bereits während der Veranstaltung äußerten sich zahlreiche Besucher sehr positiv über den Webkongress. Warum auch wir dieser Meinung sind, sagen wir Ihnen gerne!

Top-Referenten & Top-Themen 

Eine gelungene Mischung aus Grundlagen, Einsteiger-Themen, Vertiefungen und Spezialthemen, sowie die Gliederung aller Vorträge in zwei unterschiedliche Themen-Tracks, bildete die Basis für eine spannende und gut organisierte Veranstaltung. Dazu trugen auch die verschiedenen Referenten bei, darunter neben den Top-Referenten Jan Eric Hellbusch, Tomas Caspers und Tiffany Wyatt auch viele andere Experten.

Während die Technologie-Themen im Schnitt deutlich besser besucht waren, zogen die Entscheider-Themen weitaus weniger häufig die Besuchermassen an, was aber auch an der starken Konkurrenz der Beiträge untereinander lag: Häufig viel es sehr schwer, sich auf ein Thema festzulegen, da gute Beiträge zeitgleich in unterschiedlichen Hörsälen liefen. Verpasst hat man am Ende aber wohl doch nichts, denn neben Audio-Mitschnitten wird es auch Video-Mitschnitte geben und alle Teilnehmer erhielten die gezeigten Vorträge sowie zahlreiche Extras (unter anderem den Einkaufsführer Barrierefreies Internet 2006) auf CD-ROM.

CMS, PDF & AJAX 

Einer der besten Vorträge aus unserer Sicht war ganz eindeutig die Umsetzung einer barrierefreien Website mit Hilfe von Typo3, bei der gezeigt wurde, wie aufwendig eine derartige Umsetzung in der Realität ist: Alleine 44 Mann-Tage für Typo3 für ein relativ einfaches Projekt ohne großen Modul-Aufwand bestätigen unsere Aussage, das barrierefrei mit Typo3 eben kein Kinderspiel ist, allerdings auch kein Hexenwerk. Überhaupt bot das Thema Content Management zahlreiche interessante Einblicke, von der Übersicht verschiedener Open-Source Systeme (darunter auch Weblog-Systeme) bis hin zu einem sehr mageren Zwischenbericht über eine CMS-Empfehlungs-Liste von BIK.

Neben dem Thema Content Management Systeme & Barrierefreiheit war auch die Frage nach barrierefreien PDF-Dokumenten (tagged PDF) ein Dauerthema, sowohl in den Pausen als auch im Rahmen verschiedener Vorträge. Wie wichtig barrierefreie PDF-Dateien im Öffentlichen Dienst sind, gerade im Hinblick auf rechtsverbindliche Dokumente, kam vor allem im Vortrag von Tiffany Wyatt klar zum Ausdruck. Dass man mit etwas Arbeit auch PDF-Dokumente barrierefrei gestalten und erzeugen kann, wurde dabei ebenso deutlich, wie die Tatsache, dass es außer Adobe-Produkten derzeit keine ähnlich leistungsstarke Software gibt, die eine Erstellung und Weiterverarbeitung von PDF-Dateien erlauben.

Heiß begehrt war auch der Vortrag von Tomas Caspers zum Thema Web 2.0 und Barrierefreiheit, bei dem ebenso kontroverse wie klare Signale für die Zukunft von Accessibility ausgesendet wurden: Flash, JavaScript, PDF und andere Technologien könnten in Zukunft auch auf barrierefreien Websites vermehrt anzutreffen sein. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich neben den Produkten zur Erstellung (siehe Flash Version 9) auch die User Agents weiterentwickeln - dazu zählen natürlich auch die Hilfsmittel. Auch wenn wir nicht in allen Punkten mit Herrn Caspers übereinstimmen: Für die Weiterentwicklung von User Agents, assistiven Technologien und der damit verbundenen Verbesserung der Zugänglichkeit braucht es zunächst Anwendungsfälle, die neue Technologien sinnvoll einsetzen, daher muss man sicherlich heute schon darauf hinwirken, Grenzen zu verschieben und neue Technologien dadurch zu verbessern, dass man Grenzen auslotet und gezielt überschreitet.

Barrierefreiheit in der Praxis 

Von den Tipps und Tricks der BIENE-Gewinner bis hin zur Vorführung von Barrieren im Internet anhand von praktischen Beispielen und dem Testen von Websites mit Hilfe von Firefox-Erweiterungen gab es vor allem viel Praxiswissen für die Besucher - ein wohltuender Kontrast zu vielen anderen Veranstaltungen aus dem IT-Bereich.

Vor allem die interessanten Pausengespräche und die Abendveranstaltung brachten die Teilnehmer zusammen und führten schnell zur Ausweitung der Themen, sei es nun die Barrierefreiheit von Intranets oder das bevorzugte Content Management System. Zudem wurden inhaltliche Fragen diskutiert, die Handhabung der WCAG2 und viele andere Experten-Themen, die alle versammelten Experten bis in die frühen Morgenstunden auf Trab hielten.

Kleinere Schönheitsfehler bei der Organisation des Webkongress Erlangen kann man angesichts so vieler zufriedener Besucher sicherlich vernachlässigen, vor allem, da zahllose sehr engagierte Helfer stets mit Rat und Tat zur Seite standen, wenn mal etwas nicht ganz nach Plan lief. Wir waren jedenfalls gerne in Erlangen und haben viele interessante Eindrücke, neue Ansatzpunkte und schöne Fotos mit zurück nach Düsseldorf genommen.

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Buch Barrierefreiheit

Titelseite Buch Barrierefreiheit für Online-Redakteure und Entscheider

Barrierefreies Internet

Als Agentur für Universelles Design und Herausgeber des Barrierekompass, hat anatom5 seit 2003 eine weitreichende Expertise im Bereich barrierefreie Informationstechnologie erlangt.

Spezialisierte BITV-Agentur

Die Leistungsfelder umfassen das gesamte Thema Barrierefreiheit nach BITV: Barrierefreies Internet, Barrierefreie PDF, Barrierefreies Responsive Design, Usability & Accessibility Konzeption, Leichte Sprache, Einfache Sprache, UI-Design, BITV-Testing, Schulungen und Workshops.

Ausgezeichnete Barrierefreiheit

Die intensive Beschäftigung mit dem Thema Barrierefreiheit spiegelt sich auch in diversen Auszeichnungen wider, die anatom5 seit 2003 erhalten hat (BIENE-Awards, Projekte aus der 90plus Liste).

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