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WaSP: Manifest der Accessibility-Taskforce

20. April 2006

Das Internet könnte so ein schönes Medium sein, wenn es denn zugänglich wäre. Seit 1998 kämpfen die Mitglieder vom Web Standards Project für Webstandards und Zugänglichkeit. In dem nun veröffentlichten Manifest geht es um die vier großen P - zumindest im Englischen.

Ansonsten ist das Manifest eher eine Sammlung bekannter Binsenweisheiten und hat wohl nur bedingt aufrüttelnden Charakter. Man kennt die Probleme und das Potential (zwei der vier großen P), sieht aber auch neuerlich auftretende Gefahren (zum Beispiel AJAX). Deshalb hebt man bei WaSP mahnend den Zeigefinger und legt ihn - wenngleich sehr zaghaft - in diverse Wunden.

Barrierefreiheit soll nicht mehr allein auf den Schultern derer ausgetragen werden, die sich um die Umsetzung barrierefreier Websites kümmern. Die WCAG, ebenso wie die BITV, hat nur einen begrenzten Spielraum. Es ist an der Zeit, dass auch Hersteller assistiver Technologien sowie Browser-Hersteller ihre Werkzeuge an bestehende Standars (UAAG) anpassen. Dieser Ansatz ist nicht neu, aber steter Tropfen höhlt den Stein.

Noch haarsträubender als bei den UAAG ist die Situation bei den Hilfsmitteln der WCAG-Umsetzer, sprich bei den Webdesignern und Redakteuren. Hier wird das Manifest an einigen Stellen sogar sehr deutlich und mahnt vor allem führende Hersteller von Content Management Systemen an, ihre Programme in absehbarer Zeit auch für behinderte Menschen zugänglich zu gestalten. Das sehen wir auch so: Vor gut 18 Monaten haben wir bei den Contentmanager.days in Leipzig vor mehreren Herstellern namhafter Systeme genau dieses Thema aufgegriffen. Interesse? Fehlanzeige. Erst etliche Monate später zeigten verschiedene Anbieter von Content Management Systemen, dass scheinbar doch Interesse besteht. Leider gibt es jedoch weltweit bisher immer noch kein einziges Autoren-Werkzeug, dass den Anforderungen der ATAG 1.0 entspricht.

Unter dem Strich ist das Manifest wenig erquickend, im Gegensatz zu anderen, praxisorientierteren Leitfäden. Das mag sicherlich auch ein Grund dafür sein, dass es sich bisher noch nicht wirklich weit verbreitet hat, im Gegensatz zu manch anderer Veröffentlichung der WaSP-Gemeinde. Dabei hat besonders dieses Thema mehr Aufmerksamkeit verdient!

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