Inhalt

Technische Zeichnungen für blinde Menschen

20. Januar 2004

Unter dieser Überschrift berichtete Holger Bruns im Magazin für Netzkultur Telepolis über die spezielle Sprachausgabe namens TeDUB. Der Name steht für "Technical drawings Understanding for the Blind" und heißt übersetzt soviel wie: Wie Blinde technische Zeichnungen verstehen können.

Für sehende Menschen gibt es verschiedene Softwaresysteme, die technische Zeichnungen wie Baupläne, oder Flussdiagramme darstellen können. Blinde Menschen haben aber mit den existierenden Systemen bislang überhaupt keinen Zugriff auf digitalisierte technische Zeichnungen.

Um für die Betroffenen Abhilfe zu schaffen, treibt das Technologiezentrum Informatik der Universität Bremen nun die Entwicklung von speziellen Präsentationswerkzeugen voran. Diese Präsentationswerkzeuge sollen in Zukunft in der Lage sein, technische Zeichnungen nicht nur zu verstehen, sondern in geeigneter Form für blinde Menschen darzustellen. Neben einigen Firmen beteiligen sich auch die City University London, das Department of Computation der University of Manchester und das National Council for the Blind of Ireland an dem Projekt.

Aber wie soll ein solches System funktionieren? Vereinfacht ausgedrückt soll die Software TeDUB versuchen, geometrische Eigenschaften von Bildern zu ermitteln, zum Beispiel Linien oder Rechtecke. Aus diesen grafischen Grundelementen soll die Software dann auf komplexere Gebilde schließen, die in der Summe dann eine volltändige technische Zeichnung ergeben sollen. Zur Zeit gelingt dies wohl schon relativ gut. Allerdings nur so lange, wie sich die Menge der in der Zeichnung vorkommenden Zeichen in Grenzen hält. Einem blinden oder sehbehinderten Menschen sollen dann die auf diese Weise gewonnen Informationen via Sprachausgabe zugänglich gemacht werden.

Hierbei legt das TeDUB-Team wohl besonderen Wert auf die Entwicklung einer geeigneten Benutzeroberfläche. Dazu soll die Ausgabe ertastbarer Informationen über eine entsprechend geeignete Tastatur ebenso gehören, wie eine Sprachausgabe mit Stereoeffekte. Letzteres dient dazu akkustische Räumlichkeit zu erzielen, damit der blinde Benutzer einen Eindruck davon bekommt, welchen Teil einer technischen Zeichnung er gerade vor sich hat. Zusätzlich soll ein spezieller Joystick bekannt als Force-Feedback-Joystick, der sonst nur von Computerspielern genutzt wird, eingesetzt werden. Auf diese Weise soll sich schließlich die Richtungen anzeigen lassen - zum Beispiel: Das Badezimmer befindet sich links oben in der Bauzeichnung.

Wenn Sie dieser Artikel interessiert hat, sollten Sie den folgenden Artikel ebenfalls lesen. Wir berichteten über die Freie Universität Berlin (Institut für Informatik), die sich mit der Frage befasst, wie grafische Formate für blinde Menschen zugänglich gemacht werden können.

zurück zur Übersicht

Buch Barrierefreiheit

Titelseite Buch Barrierefreiheit für Online-Redakteure und Entscheider

Barrierefreies Internet

Als Agentur für Universelles Design und Herausgeber des Barrierekompass, hat anatom5 seit 2003 eine weitreichende Expertise im Bereich barrierefreie Informationstechnologie erlangt.

Spezialisierte BITV-Agentur

Die Leistungsfelder umfassen das gesamte Thema Barrierefreiheit nach BITV: Barrierefreies Internet, Barrierefreie PDF, Barrierefreies Responsive Design, Usability & Accessibility Konzeption, Leichte Sprache, Einfache Sprache, UI-Design, BITV-Testing, Schulungen und Workshops.

Ausgezeichnete Barrierefreiheit

Die intensive Beschäftigung mit dem Thema Barrierefreiheit spiegelt sich auch in diversen Auszeichnungen wider, die anatom5 seit 2003 erhalten hat (BIENE-Awards, Projekte aus der 90plus Liste).

anatom5 hilft Ihnen bei der Umsetzung von Barrierefreiheit im Internet