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Technische Zeichnungen für blinde Menschen

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Für sehende Menschen gibt es verschiedene Softwaresysteme, die technische Zeichnungen wie Baupläne, oder Flussdiagramme darstellen können. Blinde Menschen haben aber mit den existierenden Systemen bislang überhaupt keinen Zugriff auf digitalisierte technische Zeichnungen.

Um für die Betroffenen Abhilfe zu schaffen, treibt das Technologiezentrum Informatik der Universität Bremen nun die Entwicklung von speziellen Präsentationswerkzeugen voran. Diese Präsentationswerkzeuge sollen in Zukunft in der Lage sein, technische Zeichnungen nicht nur zu verstehen, sondern in geeigneter Form für blinde Menschen darzustellen. Neben einigen Firmen beteiligen sich auch die City University London, das Department of Computation der University of Manchester und das National Council for the Blind of Ireland an dem Projekt.

Aber wie soll ein solches System funktionieren? Vereinfacht ausgedrückt soll die Software TeDUB versuchen, geometrische Eigenschaften von Bildern zu ermitteln, zum Beispiel Linien oder Rechtecke. Aus diesen grafischen Grundelementen soll die Software dann auf komplexere Gebilde schließen, die in der Summe dann eine volltändige technische Zeichnung ergeben sollen. Zur Zeit gelingt dies wohl schon relativ gut. Allerdings nur so lange, wie sich die Menge der in der Zeichnung vorkommenden Zeichen in Grenzen hält. Einem blinden oder sehbehinderten Menschen sollen dann die auf diese Weise gewonnen Informationen via Sprachausgabe zugänglich gemacht werden.

Hierbei legt das TeDUB-Team wohl besonderen Wert auf die Entwicklung einer geeigneten Benutzeroberfläche. Dazu soll die Ausgabe ertastbarer Informationen über eine entsprechend geeignete Tastatur ebenso gehören, wie eine Sprachausgabe mit Stereoeffekte. Letzteres dient dazu akkustische Räumlichkeit zu erzielen, damit der blinde Benutzer einen Eindruck davon bekommt, welchen Teil einer technischen Zeichnung er gerade vor sich hat. Zusätzlich soll ein spezieller Joystick bekannt als Force-Feedback-Joystick, der sonst nur von Computerspielern genutzt wird, eingesetzt werden. Auf diese Weise soll sich schließlich die Richtungen anzeigen lassen - zum Beispiel: Das Badezimmer befindet sich links oben in der Bauzeichnung.

Wenn Sie dieser Artikel interessiert hat, sollten Sie den folgenden Artikel ebenfalls lesen. Wir berichteten über die Freie Universität Berlin (Institut für Informatik), die sich mit der Frage befasst, wie grafische Formate für blinde Menschen zugänglich gemacht werden können.

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