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PDF barrierefrei: Der nächste Hype

6. Juni 2006

Ein neuer Zweig der Barrierefreiheit bahnt sich langsam aber unaufhörlich seinen Weg. Die Rede ist von barrierefreien PDFs. Bisher galt immer: HTML statt PDF, aber seien wir ehrlich: Es gibt einfach Fälle, in denen PDF-Dokumente mit ihren Möglichkeiten dem reinen HTML überlegen sind - wie auch die Ausgabe 07/2006 des Designer-Magazins PAGE feststellt.

Schaut man sich die Top-Themen vergangener und zukünftiger Veranstaltungen mit Themen aus der Accessibility-Szene an, dann fällt schnell auf: Barrierefreie PDFs sind der nächste große Hype. Kaum ein Symposium kommt mehr ohne das einstige Randthema aus. Kein Wunder, denn im Internet ist eine stille Revolution ausgebrochen, die sich seit 1993 anschickt, HTML als führendes Datenaustausch-Format abzulösen. Zu einer Wachablösung wird es in absehbarer Zeit wohl nicht kommen, doch Adobes Dateiformat PDF hat es weit gebracht und bietet stets neue Möglichkeiten. Von der Plattformunabhängigkeit bis zum interaktiven und animierten 3D-Modell ist mit PDF-Dokumenten alles möglich - auch Barrierefreiheit.

BIK mit neuem PDF-Test 

Zwar stecken die Möglichkeiten für barrierefreie PDFs noch in den Kinderschuhen, da es mit Ausnahme der Adobe-Produkte Acrobat und InDesign noch kein Werkzeug zur Erstellung von PDFs mit Tags und Lesezeichen gibt. Das sogenannte Tagging von PDFs beherrscht zwar auch die Version 2.0 von OpenOffice, allerdings noch nicht in vollem Umfang. Andere Tools können maximal Lesezeichen ausgeben, scheitern aber am korrekten Tagging der einzelnen Bausteine, aus denen sich ein Dokument zusammensetzt. Von komplexeren Anwendungsfällen, wie beispielsweise Datentabellen und Formularen, wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst reden.

Bei der Vielfalt der gebotenen Möglichkeiten ist es kein Wunder, dass sich nun auch BIK in seinem Testverfahren mit der Frage nach barrierefreien PDF-Dokumenten auseinandersetzt. Im Prüfschritt 11.1.1 wird nun nicht mehr dogmatisch nach einer HTML-Alternative gerufen, sondern zunächst einmal geprüft, ob das vorhandene PDF selbst barrierefrei ist. Auch bei der BIENE wird seit 2005 das Vorhandensein und die Barrierefreiheit von PDF-Downloads geprüft.

Siegeszug des Portable Document Format 

Es scheint, dass sich Adobe für die Zukunft sehr gut aufgestellt hat. Zwar verbucht das eingekaufte Flash von Macromedia keine so großen Erfolge mehr, wie noch zu Zeiten des New Media Hypes, aber dafür hat man im eigenen Haus mit SVG und PDF zwei interessante Alternativen in der Hand. Und kann diese munter mit all den vielen Entwickler-Werkzeugen kombinieren und weiterentwickeln. Das Thema Weiterentwicklung ist ohnehin eines der starken Themen bei Adobe: Inzwischen hat man das Dateiformat offengelegt und eine Vielzahl von Entwicklern arbeitet an der stetigen Verbesserungen der Möglichkeiten von PDFs. Zudem gibt es inzwischen durchaus interessante Konkurrenzprodukte und der einsetzende Wettbewerb fördert die Entwicklung von intelligenten Lösungen - unter anderem auch zur Verbesserung der Zugänglichkeit. Der seit Adobe Acrobat 6.0 serienmäßige Accessibility-Checker ist hierfür sicherlich nur ein Beispiel.

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