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Patient Barrierefreiheit: ab ins Bundeswehrkrankenhaus?

15. April 2004

Im Bundeswehrkrankenhaus beschäftigt man sich selbst mit der Barrierefreiheit. Scheinbar hat die Erfolgsgeschichte der Polizei-NRW die Runde gemacht. Aber Geschichte ist nicht immer wiederholbar, auch wenn Bobby der Seite ein dreifaches A gibt, was scheinbar das Bundeswehrkrankenhaus zu einer entsprechend euphorisch formulierten Pressemitteilung verleitete.

Die Bundeswehrkrankenhäuser stehen der gesamten Bevölkerung offen. Ihre Web-Seiten erfüllen nun die strengen Anforderungen der höchsten Priorität, die das World Wide Web Consortium an barrierefreie Internetseiten stellt. Damit können Menschen mit jeglicher Behinderung und unabhängig von den von ihnen verwendeten Zugangstechnologien auf diese Web-Seiten zugreifen und sie nutzen. 

Zumindest die Einstiegsseite erfüllt wesentliche Anforderungen der BITV und kann mit einigen Abstrichen in Punkto Kontrasten und Sprachauszeichnung durchaus als barrierefreie Version durchgehen. Aber hübsch ist die Seite nicht wirklich, doch das liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Man kann jetzt sicherlich trefflich darüber streiten, ob die Seite den strengen Anforderungen an die Prioritätsstufe 2 der BITV genügt oder nicht. Sinnvolle Alternativtexte bei Bildern wären sicherlich ebenso wünschenswert, wie eine deutschsprachige Beschriftung der Navigationselemente. Redundante Elemente, wie der Menüpunkt "Druckversion" sollten entfernt werden, da es irritierend wirken kann. Gleiches gilt für die Kontakt-Funktion. Insgesamt ist die Navigation die Schwachstelle der Seite, denn zum einen wirken die Elemente nicht schlüssig angeordnet (Stichwort Metanavigation) und zum anderen funktionierte in Mozilla 1.6 die Hauptnavigation nicht, wenn man auf die Unterseiten wechselte.

A propos Unterseiten: Bizarr ist das, was man bei der Vergrößerung der Seiten im Mozilla erlebt. Zumindest im Impressum machen sich da nette Effekte bemerkbar. Aber das mag an der hausinternen Umsetzung durch Gefreite und Feldwebel liegen, die hier sicherlich noch einmal ihre Hausaufgaben machen müssen, um einen ähnlichen Coup zu landen, wie die Polizei in Nordrhein-Westfalen. Und der BIENE-Award ist ja noch ein Weilchen hin.

Fazit

Die Bundeswehrkrankenhäuser wurden auf den richtigen Weg gebracht, aber mehr auch nicht. Einen echten Tadel können wir nicht aussprechen, denn technisch gesehen wurde auf Barrierefreiheit geachtet. Leider krankt die Seite an der schlechten Benutzbarkeit, vor allem im Bereich der Navigation. Ein hübscheres Layout und kontrastreichere Farben wären aus unserer Sicht mit Sicherheit wünschenswert. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Internetseite eine Leistung von Mitarbeitern der Bundeswehr ist, die hauptberuflich wahrscheinlich nicht Designer sind. Insofern ist das Ergebnis teilweise sogar besser als das, was in der Vergangenheit von mancher Agentur als barrierefrei verkauft wurde.

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