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Natürliches Echolot und hochentwickeltes Sonar

29. Juni 2004

Superhelden haben außergewöhnliche Fähigkeiten, wie wir alle wissen. Und meist hat sie irgendein Unfall zu dem gemacht, was sie sind. So auch den blinden Marvel-Superhelden Daredevil, der über übermenschliche Echolot-Fähigkeiten verfügt. Er hört die kleinsten Geräusche, riecht besser als jeder andere und hat einen Sinn, der ihm besser als ein Radar seine Umgebung zeigt.

Sagten wir übermenschlich? Nicht ganz. Denn das "Team Bat" zeigt, dass blinde Menschen mit etwas Training ähnliche Techniken nutzen können, wie sie beispielsweise Fledermäuse zur Ortung verwenden. Daniel Kish, einer der Initiatoren des "Team Bat", hat es mit dieser Technik weit gebracht. Wie seine Teamkollegen fährt er Mountain-Bike in unwegsamem Terrain und das, obwohl er absolut blind ist. In zahlreichen Fernsehsendungen zeigte Daniel Kish, wie er auf dem Fahrrad sitzend Hindernissen ausweicht, indem er diese mit einem Klickgeräusch und dem daraus resultierenden Echo anpeilt. Inzwischen unterrichtet er andere blinde Menschen in dieser Technik und nutzt seine eigenen Erfahrungen, um Wissenschaftlern bei der Entwicklung moderner Hilfsmittel zu unterstützen, die eine Art Ultra-Sonar entwickeln. Damit kann man in naher Zukunft Hindernisse per Ultraschall orten, deren Größe, Entfernung und Lage abschätzen und in Form von Tönen abbilden. Diese Klangmuster verraten dem geübten Ohr, was sich gerade in der Umgebung befindet und erleichtern so die Orientierung in unbekanntem Terrain.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch der von uns bereits vorgestellte Batcane, der ebenfalls mit Hilfe von Ultraschall arbeitet und die Umgebung nach Hindernissen abtastet. Doch das von Daniel Kish betreute HawkEye Projekt geht noch einige Schritte weiter. Zielgruppe sind für HawkEye nicht nur blinde Menschen, sondern generell Menschen mit Behinderungen. Das Projekt HawkEye nutzt unter anderem die KASPA-Technologie, die auch von anderen Projekten, wie etwa dem artverwandten Sonic Pathfinder, zur Ortung genutzt wird. Das System basiert auf den Forschungen von DrLeslie Kay, der gemeinsam mit der Firma Bay Advanced Technologies eine dem Batcane vergleichbare Lösung entwickelt hat und für die KASPA-Technologie maßgeblich verantwortlich ist.

Die sogenannten Gadgets, also technische Helferlein mit dem Aha-Effekt, die dereinst Daredevil vorbehalten blieben, sind keine Fiktion mehr, sondern schon sehr bald vielleicht Alltag. Bis dahin wird das natürliche Echolot von Daniel Kish und seinen "Team Bat"-Kollegen sicherlich auch bei anderen blinden Menschen für bessere Orientierung sorgen. Übrigens: die Inspiration zu diesem Artikel lieferte ein Fernsehbericht auf Vox. Soll noch einer sagen, dass Fernsehen nicht bildet ...

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