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JavaScript sinnvoll einsetzen

8. Juli 2004

Barrierefreie Internetseiten müssen nicht langweilig sein. Weder muss auf die Verwendung von Flash verzichtet werden, noch muss man JavaScript bei der Entwicklung außen vor lassen. Einige Internetseiten und Checklisten zum Thema Barrierefreiheit weisen ausdrücklich darauf hin, dass JavaScript die Barrierefreiheit von Seiten negativ beeinflusst.

Diese Aussage ist in dieser Form nicht richtig. Zu vermeiden sind lediglich solche JavaScript-Befehle, die beispielsweise die Benutzung einer Maus verlangen, wie der Event-Handler "on". Oder solche, die Pop-Up-Fenster öffnen, so dass bestimmte Ausgabegeräte diese nicht mehr anzeigen können. Von dieser Sorte JavaScript gibt es im Internet eine ganze Reihe von Negativbeispielen.

Wie man JavaScript jedoch sinnvoll einsetzt, zeigen andere Beispiele im Netz. Dazu gehört beispielsweise die Stilauswahl [1], die wir auch beim Barrierekompass nutzen. Oder ein Script zum Überprüfen von Formular-Eingaben [2] bzw. zum Vorausfüllen und Löschen der Felder. Doch es gibt noch zahlreiche weitere JavaScript-Funktionen, die man sinnvoll und barrierefrei in eine Seite integrieren kann. Natürlich werden jetzt einige Puristen aufschreien und von Bandbreiten-Verschwendung und ähnlichen Dingen berichten. Auch diese Argumente haben ihre Berechtigung und man sollte abwägen, was man erreichen möchte und ob es nicht eine Alternative gibt bzw. ob man letzten Endes nicht vielleicht ganz auf die Verwendung einer bestimmten Funktion verzichtet.

Gut gefallen haben uns in jüngster Zeit zwei Funktionen, die vor allem für die Darstellung von Websites verantwortlich sind. Das ist auf der einen Seite ein Script von Richard Rutter, dem Betreiber der Seite clagnut.com, der vielen Lesern aus der Accessibility-Szene sicher bekannt sein wird. Er bietet auf seiner Seite ein Script [3] an, das Tastaturkürzel, die im Quelltext ausgezeichnet sind, automatisch unterstreicht. So erspart man sich lästige und im Quelltext unschöne "span" Tags, die bei gewissen Screenreadern mitunter zu Problemen beim Vorlesen führen wenn man ein "span" Wort so auszeichnen würde und dies in der Aussprache von W-ort endet.

Auf der anderen Seite gefiel uns ein JavaScript von Stuart Langridge [4], das ebenfalls visuell orientiert ist und im Quelltext versteckte Informationen dazu nutzt, um dem Benutzer ein optisches Aha-Erlebnis zu verschaffen. Es zeigt die unter einem Link verborgenen Attribute für Title und URL in einer semitransparenten Box unterhalb des aktivierten Links an. Auf diese Weise lässt sich in modernen Browsern, die DOM unterstützen, ein schöner Effekt erzielen. Ältere Browser beachten das JavaScript gar nicht, so dass es ein schönes Feature ist und vielleicht den ein oder anderen Internetnutzer dazu bewegen könnte, einen aktuelleren Browser, wie beispielsweise den neuen Firefox 0.91 zu installieren, der übrigens soeben in einer deutschsprachigen Version erschienen ist.

Zum Abschluss noch eine kurze Übersicht nützlicher JavaScripte, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Natürlich sind auch die oben aufgeführten Beispiele mit dabei:

  1. Stilwechsler
    www.einfach-fuer-alle.de/download/
  2. Formular-Eingaben überprüfen
    www.webstandards.org/learn/tutorials/accessible-forms/03-accessible-forms.html
  3. Acccess-Keys unterstreichen
    www.clagnut.com/sandbox/dynamic-accesskeys/
  4. Titel und URL als Box anzeigen
    www.kryogenix.org/code/browser/nicetitle/
  5. Schrift dynamisch in Grafik umwandeln
    www.alistapart.com/articles/dynatext/

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