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Heimlicher Relaunch - Stiftung Digitale Chancen

16. Oktober 2004

Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat in den letzten Tagen eine der wichtigste Streiterinnen für Barrierefreiheit im Internet einen Relaunch der eigenen Internet-Präsenz vollzogen. Nachdem die Internetseiten der Stiftung Digitale Chancen bisher ja nicht dazu angetan waren, für Barrierefreies Internet zu werben, hat man den Relaunch hoffentlich genutzt, um in Sachen Barrierefreiheit ein Schäufelchen nachzulegen.

Schließlich hat die Stiftung Digitale Chancen als Mitausrichterin des BIENE-Awards die Messlatte für den eigenen Anspruch relativ hoch gelegt. Einfach-für-Alle zumindest gibt sich Mühe, den eigenen Prüfkriterien des BIENE-Award gerecht zu werden, aber Einfach-für-Alle hat damals auch nicht klammheimlich relauncht.

Wieso also diese Zurückhaltung bei der Stiftung Digitale Chancen? Traut man sich nicht so recht? Oder will man einfach nicht? An dieser Stelle möchten wir gerne die Stiftung Digitale Chancen einmal selbst zitieren:

Das Internet ist ein Teil unseres Alltags. Menschen informieren sich im Netz, kommunizieren miteinander und wickeln Geschäfte ab. Sie kaufen ein, buchen Reisen, reservieren Theaterkarten und erledigen Behördengänge. Unter den Nutzern sind viele Menschen mit Behinderungen. Überdurchschnittlich vielen von ihnen hat das Internet neue Perspektiven eröffnet, weil es Lösungen bietet, die auf ihre besonderen Bedürfnisse eingehen. Das gilt aber nicht für alle Internetangebote.

Genau. Das gilt nicht für alle Internetangebote und für das Internetangebot der Stiftung Digitale Chancen auch nicht. Schade eigentlich, denn das Thema Barrierefreies Internet kann Vorzeigeprojekte immer gebrauchen. Auch der BIENE-Award würde davon profitieren, wenn alle Ausrichter sich an die eigenen Maßstäbe halten würden. Wobei ja immerhin 50% der Ausrichter ihre Hausaufgaben gemacht haben. Von den Unterstützern des BIENE-Award - Stern, PAGE, Behördenspiegel und c't - kann übrigens auch nur der Stern in punkto Barrierefreiheit glänzen (Die Seiten der PAGE haben sich im Vergleich zur Vorgängerseite allerdings um Längen verbessert).

Liebe Stiftung Digitale Chancen, das kann doch nicht alles gewesen sein, was Sie zu leisten im Stande sind. Sie müssten doch wissen, wie es geht. Vor allem aber müssten Sie doch wissen, dass Sie an Ihren eigenen Prüfkriterien gemessen werden. Normalerweise dürften Sie ja, weil Sie selbst Ausrichter sind, Ihre Seiten beim BIENE-Award nicht anmelden. Aber mit der Seite sollten Sie es mal probieren. Sie würden die erste Runde nicht überstehen. Aber wir werden uns hüten Ihnen zu sagen, wo es noch hakt, denn letztendlich hieße das "Eulen nach Athen tragen". Ihr habt relauncht? Gut, wir sagen es keinem weiter.

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