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Die SightCity Frankfurt 2004

20. April 2004

Neben der RehaCare in Düsseldorf, einer der größten internationalen Fachmessen für Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf, präsentiert sich in Frankfurt eine Spezialmesse, die nach eigenen Angaben die größte Messe für Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte in Deutschland ist: die SightCity.

Laut Pressemeldung wurde die SightCity Frankfurt erstmals im Jahr 2003 von führenden deutschen Hilfsmittelherstellern organisiert, um das existierende Messeangebot in Deutschland zu erweitern. Bestehende Messeangebote gingen in der Vergangenheit nicht ausreichend auf die Bedürfnisse der Hersteller und Besucher ein, so die Veranstalter der SightCity Frankfurt. Das machte sich nach Aussage von SightCity dann auch in der Resonanz der Aussteller und der Besucher im letzten Jahr bemerkbar. Die Organisatoren sprechen sogar von einer Marktlücke: 36 Aussteller präsentierten bei der letztjährigen SightCity ein internationales Angebot an Produkten, Dienstleistungen und Neuentwicklungen für Blinde und Sehbehinderte, 2004 werden sogar 62 Aussteller aus der ganzen Welt erwartet.

Für sehgeschädigte Besucher steht übrigens ein kostenloser Abholservice zur Verfügung. Der Eintritt ist frei. Das Ausstellerangebot geht nicht mehr in der Menge unter, sodass sehgeschädigte Besucher sich in den Messehallen besser orientieren können. Die SightCity bietet aber nicht nur Betroffenen, deren Angehörigen und Freunden wertvolle Informationen: Arbeitgebern, welche die erheblichen Fördermöglichkeiten für sehgeschädigte Angestellte nutzen wollen, wird ebenso eine Entscheidungshilfe geboten.

Weitere Informationen zur Messe gibt es natürlich, wie immer, auf der Internetseite der SightCity. Allerdings nicht für sehbehinderte und blinde Menschen. Die Aussage der Messeveranstalter, dass sehbehinderte und blinde Menschen sich in den Messehallen nicht mehr verlaufen können, beziehungsweise, dass eine Abholservice zur Verfügung steht, scheint im Internet keinen Bedeutung zu haben. Zwar haben wir den Internetauftritt nur kurz getestet, aber der Besuch der Seite in Lynx (Version 2.8.3) zeigt deutliche Defizite. Selbst sehende Menschen dürften hier Mühe haben, sich nicht zu verlaufen. Jede Seite hat in Lynx den gleichen Titel und eine Sprungnavigation direkt zum Inhalt, sowie zurück zur Navigation, ist ebenfalls nicht zu finden. Erst auf den zweiten Blick ist überhaupt erkennbar, dass die Seite in Lynx tatsächlich funktioniert. Ein blinder Mensch merkt das erst, wenn er den mühsamen Weg bis zum Seiteninhalt zurücklegt. Verlässt er sich auf die Informationen des Titels, muss er annehmen, dass die Seite in Lynx nicht funktioniert.

Menschen, die nicht auf Programme, wie Lynx angewiesen sind, haben es nicht viel besser. Die Schrift der Seite ist nicht skalierbar, was wenigstens sehbehinderten Menschen den Zugang zu den Informationen des Internetauftritts von SightCity erleichtert hätte. Und dabei kommt die Seite so altbacken und mausgrau daher, dass nicht eingeweihte und nicht betroffene Menschen wahrscheinlich keinen Zweifel daran hätten, dass die Seite barrierefrei ist - zumindest, wenn man den gängigen Vorurteilen über Barrierefreiheit im Internet Glauben schenkt. Insofern muss man sich die Frage stellen, wie man Verantwortliche auf beiden Seiten, Webseitenbetreiber und Agenturen, vom Thema Barrierefreies Webdesign überzeugen soll, wenn selbst so zielgruppenrelevante Seiten, wie die der Messe SightCity Frankfurt an der eigenen Barrierefreiheit scheitern.

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