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Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen

20. Februar 2004

Wie wir vom Barrierekompass die letzte Zeit immer wieder feststellen dürfen, erfreut sich die Bezeichnung Barrierefreies Internet immer größerer Beliebtheit. Im Interesse der Thematik ist das grundsätzlich positiv zu betrachten. Dass sich im Zuge der Verbreitung dieser Entwicklung immer wieder, vorsichtig ausgedrückt, Problemfälle mit dem "Gütesiegel" Barrierefreiheit schmücken ist zwar ärgerlich, aber die Richtung stimmt. Denn erfreulicherweise gibt es auch gelungene Beispiele barrierefreien Internets. Natürlich ist es für den Laien in der Regel nicht ersichtlich, wer sich nur mit dem Etikett schmückt, und wer es wirklich verdient.

Da sich gerade zwei verschiedene Internetpräsenzen mit der Aussage "wir sind barrierefrei" an die Öffentlichkeit gewagt haben, möchten wir Ihnen beide nicht vorenthalten. Sozusagen als Best-Practice-Beispiel und als Bad-Practice-Beispiel. Nach dem Motto, die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen, fangen wir mit dem aus unserer Sicht wirklich gut gelungenen Beispiel an: die neue Homepage des Ministeriums für Verkehr, Energie und Landesstruktur in Nordrhein-Westfalen.

Wie man einer Mitteilung unseres Partners Contentmanager entnehmen konnte, stand für das MVEL beim Relaunch seiner Internet-Präsenz Barrierefreiheit an erster Stelle und für die Realisierung der Webpräsenz waren Empfehlungen des W3C und der Web Content Accessibility Guidelines maßgeblich. Damit wird das Ministerium seiner Vorbildfunktion als Behörde gerecht und bietet behinderten wie nicht behinderten Menschen die Möglichkeit, auf umfangreiche Informationen zuzugreifen.

Das bei der neuen Seite des Ministeriums Barrierefreiheit herzenssache war, kann man merken. Zwar fehlen der Seite alternative Anzeigemöglichkeiten und vollkommen valide ist die Seite auch nicht, da die Seite den gängigen Standards für HTML 4.01 Transitional zur Zeit nicht entspricht. Aber gängige Standards für Cascading Style Sheets wurden immerhin eingehalten. Sicherlich hätte man einige Sachen, noch etwas besser machen können, aber alles in allem ist die neue Homepage des MVEL ein gelungenes Beispiel für Barrierefreiheit im Internet.

Das kann man von folgendem Beispiel nicht sagen: Die Ärztekammer Nordrhein meldet sich mit einer überarbeiteten Version Ihres Internetauftritts nach eigener Aussage barrierefrei zurück. Grundsätzlich möchten wir an dieser Stelle nochmal wiederholen, dass der Grundgedanke hinter dem Versuch die eigene Internetpräsenz auf Barrierefreiheit umzustellen absolut lobenswert ist. Und auch, wenn es diesmal nicht so recht geklappt hat, sollten die Verantwortlichen den eingeschlagenen Weg auf jeden Fall weitergehen. Alle die von Barrierefreiheit profitieren, werden es zumindest beim nächsten Mal sicherlich honorieren. Wir möchten der Ärztekammer Nordrhein gerne attestieren, dass Sie sich über viele Fragen der Barrierefreiheit Gedanken gemacht haben, aber in der Umsetzung haben Sie definitiv an der Grundproblematik vorbei gearbeitet. Die Aussage der Ärztekammer mit der neuen Homepage bereits jetzt die Anforderungen der BITV zu erfüllen ist einfach falsch.

Vielleicht sollte sich die Ärztekammer mal an einfach-fuer-alle wenden, die werden nämlich in diesem Zusammenhang als weiterführender Link angeboten, oder bei uns einen Barriere-Check anfordern, unseren Test auf Barrieren.

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Als Agentur für Universelles Design und Herausgeber des Barrierekompass, hat anatom5 seit 2003 eine weitreichende Expertise im Bereich barrierefreie Informationstechnologie erlangt.

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