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Bildschirmkalibrierung für Sehbehinderte

10. Oktober 2004

Rote Schrift auf lila Grund? "Verrückt", wird der normale Computerbenutzer sagen. Aber es gibt Menschen, die mit einer so extravaganten Farbkombination bestens zurechtkommen und damit sogar endlich ihre idealen Einstellungen finden. Schätzungsweise rund 500.000 Menschen in Deutschland sind sehbehindert, und so vielfältig Ursachen und individuelle Auswirkungen sind, so unterschiedlich sind auch die Anforderungen an optimierte Bildschirmarbeitsplätze.

Eine neue Software hilft dabei, Bildschirmkonfiguration und Arbeitsplatzgestaltung exakt auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen. SOBES, das Softwaretool zur Optimierung der Bildschirmergonomie für sehgeschädigte Computeranwender, ist ein kooperatives Forschungsprojekt des Berufsförderungswerkes Düren und der Augenklinik der RWTH Aachen. SOBES wurde im Rahmen des LowVison-Kongresses, der Anfang Oktober in Würzburg stattfand, vorgestellt. Die Software setzt in der Beratung von Sehbehinderten zum ersten Mal objektiv nachvollziehbare Standards.

Für den gesunden Menschen erscheint es vielleicht paradox, aber auch und gerade Sehbehinderte nutzen Computerarbeitsplätze sehr stark. Die Teilnahme am beruflichen und gesellschaftlichen Leben hängt entscheidend davon ab, dass sie dies möglichst barrierefrei tun können. Bisher gab es kein standardisiertes Verfahren für die Ermittlung der jeweils besten Konfiguration von Bildschirmarbeitsplätzen für Sehbehinderte. Mit Hilfe der dialoggesteuerten Software wird unter Berücksichtigung des jeweiligen Krankheitsbildes getestet, mit welchen Einstellungen der Sehbehinderte am besten arbeiten kann. Dazu werden alle relevanten Parameter wie Kontrasteinstellungen, Farbsehen oder Gesichtsfeld geprüft. Aus den gesammelten Daten generiert das Programm am Ende ein schriftliches Gutachten, das für den Kostenträger übernommen werden kann. Die Software eignet sich darüber hinaus für die Schulung von Sehbehindertenberatern. Eine Demo-Version der Software steht zum Download zur Verfügung.

Das Projekt, das durch das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung gefördert wird, soll im November auch auf der RehaCare in Düsseldorf vorgestellt werden.

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