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BIENE hab acht, hier kommt der Südwestfalenaward

18. Oktober 2004

Scherz beiseite. Kürzlich berichtete die Stiftung Digitale Chancen über einen Award, von dessen Existenz uns bis dahin noch gar nichts bekannt war. Nun könnte man fragen, na und?

Nun, der Südwestfalenaward vergibt auch einen Preis für Barrierefreiheit, genau genommen einen Sonderaward "Barrierefreies Internet" für Schulen, Vereine, soziale Einrichtungen, Städte und Gemeinde. Südwestfalenaward? Barrierefreiheit? In Südwestfalen scheint man Zukunftstrends offensichtlich früh zu erkennen. Kein Wunder, sitzt doch das Forschungsinstitut Technologie-Behindertenhilfe (FTB-Volmarstein), Mitglied im Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI) direkt um die Ecke.

Anlässlich der Verleihung des Südwestfalenawards für Web-Sites aus dem Kammerbezirk Südwestfalen am 4. Oktober 2004 wurde das Thema "Barrierefreies Internet - Mehrwert für alle" vom Forschungsinstitut Technologie-Behindertenhilfe (FTB), Partner im Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI), vorgestellt.

Gemeinsam mit Herrn Thomas Aufermann - Microsoft Deutschland GmbH - der Barrierefreiheit vor allem unter dem Aspekt mobile Computing und Geräteunabhängigkeit promotete, machte sich das Forschungsinstitut Technologie-Behindertenhilfe in Person von Professor Dr. Christian Bühler für die Vorteile von Barrierefreiheit in der Region stark:

Bessere Gebrauchstauglichkeit, Erreichbarkeit, Geräteunabhängigkeit und Kostenvorteile stellen Mehrwert für alle dar. Und dass dabei auch Menschen mit Behinderungen eingeschlossen werden trägt zu einem positiven Firmenimage bei.

Südwestfalenaward, eine Auszeichnung mit Tradition

Die Wurzeln des Südwestfalenawards liegen tatsächlich im letzten Jahrhundert: Der historische Hintergrund des Awards ist ein 1910 von Karl Ernst Osthaus durchgeführter Wettbewerb, sowie ein Hagener Schaufensterwettbewerb der erstmalig 1999 vom Stadtmarketing Hagen e.V. im Rahmen des Förderprogramms "Ab in die Mitte - City-Offensive NRW" durchgeführt wurde.

Unter dem Motto: "Virtuelles Schaufenster - Neue Impulse für den Vertrieb" soll der Südwestfalenaward demonstrieren,

was mit den neuen Medien bei der Umsetzung des Themas (...) im World-Wide-Web machbar ist und wie vielseitig sie eingesetzt werden können. Dieser Wettbewerb ist für die heimische Wirtschaft die Gelegenheit, über die Webpräsenz das unternehmerische und gestalterische Web-Know-how zu präsentieren und damit in innerhalb einer Web orientierten Zielgruppe um mögliche neue Kunden zu werben.

So weit, so gut. Den Link vom ersten Schaufensterwettbewerb zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum heutigen Südwestfalenaward "Virtuelles Schaufenster" haben wir bekommen. Und dass sich in den letzten 95 Jahren auch eine gewisse Kompetenz in Sachen Wettbewerbsabwicklung und Jurierung angesammelt hat, können wir uns auch vorstellen. Aber wer testet denn in Zukunft die eingereichten Arbeiten für die Rubrik Barrierefreiheit? Immerhin braucht der BIENE-Award (Zur Zeit der einzige ernst zu nehmende Wettbewerb für Barrierefreies Internet im deutschsprachigen Raum) vom Abgabeschluss bis zur Bekanntgabe der Gewinner vier Monate. Und wer die Prüfkriterien für barrierefreies Internet des BIENE-Award kennt, wundert sich höchstens, dass es nicht noch länger dauert.

Nun ja, beim Südwestfalenaward werden wohl kaum über 230 Einreichungen in der Rubrik Barrierefreiheit zu verzeichnen sein. Aber selbst, wenn nur einer einreicht, muss doch irgendwer ein nachvollziehbares Testverfahren garantieren. Vielleicht bastelt die FTB-Volmarstein ja gerade an einem Gegenentwurf zum BIENE-Award. Auf diese Weise bestünde zumindest Hoffnung, dass die zukünftigen Preisträger des Südwestfalenaward im Bereich Barrierefreies Internet ihren Preis auch verdienen.

Andernfalls ist das Unterfangen des Südwestfalenaward Barrierefreiheit auszuzeichnen schon jetzt zum Scheitern verurteilt. Jeder, der sich mit dem Thema Barrierefreies Internet ein wenig auskennt weiß, wie heikel das Thema "Prüfsiegel für barrierefreie Internetseiten" ist. Und da einen offizielle Auszeichnung für Barrierefreiheit, ob nun vom BIENE-, Multimedia- oder vom Südwestfalenaward, in der Öffentlichkeit im Prinzip als "Prüfsiegel" wahrgenommen wird, müssen sich Wettbewerbsveranstalter zunächst darüber klar werden, ob sie überhaupt in der Lage sind, Barrierefreiheit zu bewerten.

Wir sind gespannt, wer die Leitung des Testverfahrens übernimmt. Vielleicht ist es ja wirklich FTB-Volmarstein. 

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