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BIENE-Award, Erwartungen und Realität

29. November 2005

Wie wir gestern berichteten, ist wieder BIENE-Award-Zeit. Gestern wurden die Shortlist-Kandidaten vorgestellt und am 9. Dezember werden in Berlin beziehungsweise in Potsdam die Gewinner benannt. Spannung liegt also in der Luft, ist doch der BIENE-Award zur Zeit der einzige ernstzunehmende "Beweis" für Auftraggeber von Barrierefreien Internetseiten, dass die beauftragte Agentur es mit der Barrierefreiheit ernst meint.

Natürlich, es gibt auch andere Auszeichnungen für Barrierefreies Webdesign, wie den Multimeda-Transfer-Preis oder den Wettbewerb "Internetdorf des Jahres". Zudem gibt es Online-Verzeichnisse für Agenturen, die sich für das Thema Barrierefreies Internet einsetzen, zum Beispiel beim AbI-Projekt oder bei BIK mit der Liste 95-Plus.

Trotzdem, der BIENE-Award bleibt der BIENE-Award. Und weil das so ist, sind die Erwartungen auch in Punkto Medienwirksamkeit hoch. Dafür, dass das Thema Barrierefreies Internet weiter getragen wird, soll auch die prominente Jury des Wettbewerbs sorgen. Auch Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen hofft auf eine Signalwirkung des BIENE-Awards:

Vieles spricht dafür, sich an diesen Webseiten ein Beispiel zu nehmen, so dass zukünftig wesentlich mehr, wenn nicht gar alle, Webseiten allen Nutzern zugänglich sind.

Vision und Wirklichkeit

Die Vision eines zukünftigen barrierefreien Internets treibt auch den Barrierekompass an. Aber man sollte vorsichtig in der Wortwahl sein und die Realitäten nicht verkennen. Nicht zuletzt (An dieser Stelle nochmal Gratulation zum fünfjährigen Bestehen), der Stiftung Digitale Chancen, dem BIENE-Award, dem AbI-Projekt und seinen Partnern und Unterstützern, der WAI-Liste, vielen Bloggern, Verbänden und Vereinen, den Kobinet-Nachrichten, dem Barrierekompass und vielen Beteiligten mehr ist es zu verdanken, dass das Thema so weit gekommen ist. Aber es ist noch lange nicht am Ziel. Der Weg zu einem barrierefreien Internet ist weit und es gibt keinen Grund einen anderen Eindruck zu vermitteln. Ansonsten begibt man sich unnötig auf das Niveau des BVDW, der mit seiner selbstgestrickten Trendprognose 2006 "Barrierefreiheit sei für Agenturen mittlerweile selbstverständlich" gezeigt hat, wo man das Thema Barrierefreiheit beim Verband am liebsten ansiedeln würde.

Neueste EU-Studie über e-Accessibility

Eine neue Studie, die gestern im Rahmen der britischen EU-Ratspräsidentschaft veröffentlicht wurde, zeigt dagegen die Wirklichkeit. Gerade mal drei Prozent aller Internetseiten aus dem öffentlichen Sektor genügen den Grundanforderungen der W3C-Richtlinien für Barrierefreies Internet. Insgesamt wurden 436 Websites aus dem öffentlichen Sektor untersucht. 70 Prozent scheiterten laut Studie vollständig, weitere 17 Prozent knapp an den Grundanforderungen der W3C-Richtlinien für Barrierefreies Internet. Die meisten untersuchten Seiten scheiterten schon an der simplen Forderungen nach angemessenen Alternativ-Texten für Bilder und Grafiken. Mehr muss man dazu sicherlich nicht sagen. Es gibt also noch viel zu tun. Vielleicht kann der BIENE-Award im nächsten Jahr die Marke von fünfhundert Einreichungen sprengen. Und vielleicht ist das stern.de und anderen großen Magazinen mehr als eine Randnotiz wert. Das wäre doch mal was.

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