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BIENE-Award 2005: Soviel Gold wie noch nie

19. Dezember 2005

Vor dem Award ist nach dem Award. Und umgekehrt. Vor den Toren von Berlin wurden am 09.12. die begehrten Plexiglas-Pokale mit dem Konterfei der Biene verliehen und es gab so manche Überraschung an diesem Abend. Aber fangen wir ganz vorne an, bei der Eröffnungsrede durch die neue Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.

Ich habe den Eindruck, wir konnten auf dem hier relevanten Gebiet der Herstellung von Barrierefreiheit bei Information und Kommunikation in der kürzesten Zeit die größten Fortschritte erzielen. Es gibt viele Beweise für ein echtes Umdenken und eine große gesellschaftliche Akzeptanz. Der BIENE-Award hat einen entscheidenden Teil dazu beigetragen. 

Mit diesen Worten eröffnete Karin Evers-Meyer die Preisverleihung des BIENE-Award 2005. Am Ende sollte Sie mit Ihrer Einleitung Recht behalten, denn es gab so viele goldene Bienen, wie noch nie zuvor. Das spricht für die gestiegene Qualität. Wer einen Blick auf die Namen der Gewinner-Websites wirft, sieht, dass Barrierefreiheit längst auch bei großen Websites Einzug hält und das mit großem Erfolg.

Gewinner sind alle 

Unter diesem Motto steht die Verleihung des BIENE-Award bereits seit der ersten Veranstaltung vor drei Jahren. Vor allem die Benutzer sind die Gewinner, denn sie profitieren von barrierefreien Internetpräsenzen am meisten. Doch bei der Preisverleihung in Potsdam ging es um diejenigen, die hinter all diesen Websites stehen: Betreiber, Agenturen und unermüdliche Helfer. Eine Liste aller bisherigen Gewinner gibt es bei Wikipedia.

Herausheben möchten wir die vier Gewinner, die aus den Kategorien Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie E-Government / E-Democracy stammen:

Vor allem das Landesportal Baden-Württemberg, das wir selbst auch als heißen Favoriten auf eine goldene Biene gehandelt hatten und die Website des theologischen Seminars der Fachhochschule Elstal möchten wir an dieser Stelle lobend erwähnen. Beide Websites zeigen, dass Barrierefreiheit und Design durchaus vereinbare Ziele sind. Das ist neu am BIENE-Award 2005, denn noch 2004 hatten wir kritisiert, dass die meisten barrierefreien Seiten nicht mit aktuellen Gestaltungsansprüchen mithalten können. Eine positive Entwicklung.

Content is king

Die erste Stufe der BITV muss bis Ende des Jahres zumindest auf Bundesebene umgesetzt sein. Deshalb ist es auch an der Zeit, die Messlatte für barrierefreie Internetseiten ein Stück höher aufzuhängen. Genau das ist beim diesjährigen BIENE-Award deutlich zu spüren gewesen, zumindest bezogen auf die Qualität der ausgezeichneten Websites.

Da passt es auch ins Bild, dass die Kategorie Medien mit nur einer Nominierung am Ende ohne Auszeichnung ausging. Die Messlatte, die durch die Jury-Mitglieder angelegt wurde, war einfach zu hoch. Es war die konsequenteste und vielleicht richtungsweisendste Entscheidung des Abends und die Fortführung des ersten BIENE-Awards, als die Kategorie E-Commerce unbesetzt blieb.

Dass Barrierefreiheit nicht nur eine technische Dimension hat, zeigen die Gewinner-Websites in diesem Jahr: Die inhaltliche Komponente hat stark an Gewicht gewonnen und das ist gut so. Von der technischen Warte aus sind barrierefreie Websites in der Spitzengruppe nahezu gleich gut. Natürlich kann man noch über Feinheiten diskutieren, noch das ein oder andere Prozentpünktchen herauskitzeln und Lösungen auf die Spitze des technisch Machbaren bringen. Barrierefreiheit ist aber nunmal nicht nur technisch, sondern vor allem menschlich und damit auch inhaltlich. Kurze und übersichtliche Texte, Zusammenfassungen langer Texte und möglichst wenige Fremdworte - das Einmaleins des Journalismus gilt nun auch für den BIENE-Award.

Fazit & Aussichten

Der BIENE-Award hat es sich zum Ziel gemacht, die besten deutschprachigen barrierefreien Websites auszuzeichnen. Dabei muss immer wieder der Spagat zwischen kleinen Internetpräsenzen und großen Portalen geübt werden, was in jedem Jahr unter den Einreichern für Diskussions-Stoff sorgt. Wie kann man derart unterschiedliche Websites einheitlich bewerten? Kann man es überhaupt? Eine Unterteilung in kleine und große Projekte könnte vielleicht Abhilfe schaffen und auch in der Außenwirkung positive Signale setzen. Denn eine kleine Website kann man sowohl technisch als auch inhaltlich mit wesentlich einfacheren Mitteln barrierefrei gestalten als ein umfassendes Internetportal, wie das des Landes Baden-Württemberg.

Die Jury hat in diesem Jahr viele Entscheidungen getroffen, die sich auf den ersten Blick nicht gleich erschließen. Darunter auch umstrittene Entscheidungen, wie im Bereich E-Business oder auch bei den Nachwuchspreisen. Hier ist sicherlich in Zukunft eine noch strengere Hand gefragt. Positiv ist, dass der BIENE-Award inzwischen zu einer festen Institution geworden ist. Überflüssig ist er noch längst nicht, auch wenn das das höchste Ziel sein muss, denn erst dann hat sich Barrierefreiheit wirklich durchgesetzt.

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