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Best of Accessibility Symposium 2007

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Gegen 8.00 Uhr trafen bereits die ersten, der fast 100 Teilnehmer, ein − vermutlich um den angedrohten Bahnstreik zu umgehen. Aber die gute Organisation der Veranstaltung zeigte schon bei der Akkreditierung: Für einen reibungslosen Ablauf wurde vorgesorgt und so waren Warteschlangen schon mal nicht zu verzeichnen. Mit den umfangreichen Teilnehmerunterlagen, die beim Empfang ausgehändigt wurden, unterm Arm konnten die Besucher dann die Zeit bis zum Beginn der Vorträge um 9.00 Uhr mit kalten und warmen Getränken, die das fleißige Catering-Team schon bereit gestellt hatte, entspannt überbrücken.

Pünktlich um 9.00 Uhr wurden dann die mittlerweile vollständig eingetroffenen Gäste in den Kongresssaal der HWK gebeten (Ein Dank geht an dieser Stelle auch an die HWK, die mit ihrer technischen Ausstattung und ihrem hilfsbereiten Team eine große Stütze war). Nach ein paar kurzen Begrüßungsworten der Veranstalter übernahm Guido Karl, ehemaliger Projektleiter "Polizei-Online" und selbst BIENE-Preisträger die Einführungsrede und somit die Einleitung für den ersten Vortrag des Tages "Barrierefreies Webdesign: Was ist das?"

Mit diesem Vortrag führte Rainer Schlegel bewusst verständlich in die Grundlagen der Barrierefreiheit im Internet ein. Und das war gut so, denn aufgrund des erwarteten heterogenen Publikums, mit seinem sehr unterschiedlichem Erfahrungshorizont in Sachen Barrierefreies Webdesign, war der gewählte didaktische Aufbau − morgens Grundlagen und Screenreader-Demonstration − genau richtig angelegt. Letztere war zentraler Bestandteil des Vortrags von Frau Luckhardt und von Frau Courtpozanis. Die beiden Projektmitarbeiterinnen bei WEB for All VbI e.V. und im Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI-Projekt) hatten sich im Vorfeld des BOA-Symposiums verschiedene Online-Jobbörsen vorgenommen und mit dem Screenreader auf Barrieren getestet. Diese Erfahrungen bildeten die Basis für diesen praxisnahen Erlebnisbericht, vor allem von Frau Courtpozanis, die selbst auf Screenreader angewiesen ist. Durch das praktische Erleben mit einem Screenreader, wurde der Zuhörer in diesem Beitrag für die Probleme blinder Internetnutzer sensibilisiert und gleichzeitig wurden einzelne Anforderungen der BITV praktisch erlebbar gemacht. Dieser Praxisbezug war den Teilnehmern sehr wichtig.

Darauf konnte Ansgar Hein mit dem Thema "BITV-NRW umsetzen: Inhaltliche und technische Barrieren überwinden" dann aufbauen. Der Geschäftsführer der Agentur anatom5 zeigte an praktischen Beispielen und Handlungsempfehlungen, wie durch Teamwork, Planung und klare Zielvorgaben die gesetzlichen Richtlinien eingehalten und übertroffen werden können. Danach, für die meisten Zuhörer sicherlich genau richtig, folgte eine einstündige Mittagspause mit einem reichhaltigen Buffet und einer großen Auswahl an warmen und kalten Getränken im Foyer − Zeit für Erholung oder Austausch mit anderen Besuchern.

Nach der Mittagspause ging es dann hochkarätig weiter. Frisch gestärkt folgten die Besucher dem Vortrag von Michael Charlier, dem das Thema "Qualitätsmanagement: Barrierefreiheit als Prozess gestaltet" sichtlich am Herzen lag. In seinem, von eigenen Erfahrungen geprägten, Vortrag zeigte der Experte praxisnah, warum es so schwierig ist Barrierefreiheit auf Dauer sicherzustellen. Sämtliche Planungs- und Produktionsprozesse müssen von Anfang an auf dieses Ziel ausgerichtet werden. Um Planung und Produktionsprozesse ging es auch im weitesten Sinne beim nächsten Vortrag: Markus Erle traf mit dem Thema "Barrierefreie PDFs" den Nerv des Publikums. Gerade im kommunalen Bereich bereiten PDF-Dokumente noch erhebliche Schwierigkeiten, da diese Dokumente oftmals von zig verschiedenen Abteilungen und teilweise externen Stellen geliefert werden und gerade hier fehlende Standards im Produktionsprozess die Sicherstellung von barrierefreien PDF-Dokumenten fast unmöglich machen. Natürlich konnte Markus Erle kein Patentrezept für diese Problematik liefern, er vermittelte in seinem Vortrag hauptsächlich kompaktes Praxiswissen und konkrete Vorschläge für die eigene Umsetzung von PDF-Dokumenten. Zur Verdeutlichung zeigte er typische Barrieren bei PDF-Dateien, Merkmale barrierefreier PDFs und den "sinnvollen Einsatz" von PDF. Um den "sinnvollen Einsatz" beziehungsweise um grundsätzliche Möglichkeiten ging es auch bei dem von vielen Besuchern ungeduldig erwarteten Beitrag von Tomas Caspers, dem Mann hinter "Einfach für Alle" "Flash, AJAX und Barrierefreiheit" war das Thema.

Unter der Überschrift: "Barrierefreiheit und moderne Techniken − zwei Themen, die für Irritationen und Missverständnisse sorgen können" wollte Tomas Caspers Möglichkeiten aufzeigen, wie moderne Multimedia-Techniken barrierefrei eingesetzt werden können. Denn für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ist Web 2.0 schon heute ein wichtiges Thema, und umso wichtiger ist es, Problemfelder und Möglichkeiten für Barrierefreiheit aufzuzeigen, um auch ein wenig die Scheu vor diesen Techniken zu nehmen. Am Ende war es ein Caspers typischer, polarisierender Vortrag, der unterhaltsam den Bogen von den Anfängen des Internets und die ersten Browser, wie Netscape 0.9 bis hin zu modernem CSS-Design und Web 2.0 schlug. Nicht nur dieser Vortrag bot in der folgenden halbstündigen Kuchen- und Kaffee-Pause genug Stoff für angeregte Diskussionen, für die in der kurzen Pause für den Einen oder Anderen aber zu wenig Zeit blieb.

Zwar war die gesamte Veranstaltung durchweg mit sehr interessanten Beiträgen und engagierten Rednern besetzt, dennoch kann man mit Sicherheit feststellen, dass am Nachmittag noch zwei besondere Highlights das erste BOA-Symposium abrundeten. Das Jan Eric Hellbusch zu den Highlights gehören würde, war keine Überraschung: Er zeigte mit seinem Vortrag anhand von BIENE-Preisträgern der letzten Jahre praxisnah die Ausgangspunkte und die Erfolgsfaktoren für ausgezeichnete barrierefreie Internetseiten − klar, dass jeder wissen wollte, wie man eine renommierte BIENE gewinnen kann.

Der Beitrag von Claus Arndt "barrierefreie Umgestaltung eines komplexes Kommunalportals" war sicherlich ein Geheimtipp, gehörte aber am Ende zu den absoluten Highlights des Symposiums für Barrierefreies Webdesign. Mehr Praxisnähe geht nicht. Claus Arndt, der seit 2000 das Internet-Projekt der Stadt Moers leitet, gab tiefe Einblicke in den praktischen Alltag bei der Umstellung einer komplexen Website auf eine barrierefreie Version. In seiner ganz eigenen, kurzweiligen Art ließ er die Zuhörer hinter die Kulissen gucken und an allen Phasen des Projekts teilhaben. Ein lebendiger Praxisbericht, der das wichtige Zusammenspiel zwischen Stadt, Rechenzentrum (Redaktionssystem eRedaktion) und Internet-Agentur wirklich verdeutlicht. Um es mit den Worten von Herrn Arndt zu sagen, es war ein Vortrag im "Spannungsfeld zwischen technisch Machbarem, wirtschaftlich Vertretbarem und inhaltlich Wünschenswertem". Leider musste der geplante Vortrag der letzten Referentin aufgrund einer Autopanne ausfallen, was aber zum einen Claus Arndt die Möglichkeit gab, seinen Vortrag etwas auszudehnen und den vielen Fragen aus dem Publikum Rede und Antwort zu stehen. Zum anderen konnte die verbleibende Zeit von den Referenten spontan zu einer Podiumsdiskussion genutzt werden, die, wenn es nach den Besuchern gegangen wäre, sicherlich noch etwas länger hätte dauern können. Denn trotz eines langen und inhaltsreichen Tages, blieben am Ende, wie das immer so ist, noch einige Fragen aus dem Publikum offen, weil jeder Tag auch mal zu Ende geht.

Die fast 100 Teilnehmer, die beim Best of Accessibility Symposium 2007 die Gelegenheit genutzt haben, sich von führenden Experten einen umfassenden Überblick über Barrierefreies Webdesign zu verschaffen, haben sicherlich viel mitgenommen und wenn man ein Fazit ziehen möchte, dann bieten sich die Worte von sprungmarker.de an: "Grundsätzlich ist das Symposium zum Thema Barrierefreiheit nicht mehr wegzudenken."

Impressionen vom BOA Symposium 2007 gibt es unter best-of-accessibility.de. Weitere Fotos von Tomas Caspers finden Sie unter flickr.de

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