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Barrierefreiheit in der freien Wirtschaft

7. Mai 2004

Unsere niederlänischen Nachbarn machen es vor. Nach Darstellung der Initiative Drempels Weg setzen sich immer mehr Unternehmen, Einrichtungen und Gemeinden für barrierefreies Webdesign ein. Mehr noch, sie sind sogar bereit dafür eine gemeinsame Absichtserklärung zu unterzeichnen. Mit einer solchen Absichtserklärung demonstrieren die Unternehmen, Einrichtungen und Gemeinden ihren Willen, ihre eigenen Internetauftritte barrierefrei zu machen, beziehungsweise von bestehenden Barrieren zu befreien.

Alle Teilnehmer dieser Erklärung werden jeweils auf der offiziellen Seite von Drempels Weg vorgestellt, was nicht zuletzt auch dazu dienen soll, Fortschritte der Barrierefreiheit zu überprüfen. Denn Absichtserklärungen alleine machen das Internet noch nicht barrierefrei. Zusätzlich zu all jenen, die diesem Prinzip gerne freiwillig folgen, weil Sie die Vorteile barrierefreien Webdesigns verstanden haben, gibt es aber auch noch viele, die Drempels Weg gerne mit sanftem Druck zu ihrem Glück bewegen würde.

Mehr Öffentlichkeit für Barrierefreiheit

Unternehmen, Einrichtungen und Gemeinden, die nicht von selbst auf die Idee kommen, ihr Steinchen zu einem barrierefreien Internet beizutragen, kann bei unseren niederländischen Nachbarn geholfen werden. Mitarbeiter von Drempels Weg treten in regelmäßigen Abständen an fünfzig ausgewählte Organisationen einer Region heran, um auf diese Weise weitere Absichtserklärungen einzuholen. Zusammengestellt wird die Liste der Organisationen von regionalen Unterstützern der Initiative Drempels Weg. Die Auswahl der Organisationen findet auf Basis der Bekanntheit, sowie der Relevanz der jeweiligen Internetseiten für behinderte Menschen statt.

Die Organisationen, die diesen Auswahlkriterien entsprechen werden per E-Mail informiert, dass Sie auf der besagten Liste stehen und dass eine Untersuchung ihrer Internetseiten bevorsteht. Sobald dann die Testdaten aller Seiten vorliegen, nehmen Mitarbeiter von Drempels Weg mit den Testkandidaten Kontakt auf, um erstens die Testergebnisse bekannt zu geben und zu besprechen, und zweitens, um auf der Grundlage der Testergebnisse weitere Absichtserklärungen zu erfragen. Anhand der Vorliegenden Testergebnisse können die Organisationen dann ihre beanstandeten Seiten optimieren. Wenn sich dann zeigt, dass Seitens der Organisationen Interesse besteht, die Internetseiten barrierefrei zu gestalten, wird dies in einem weiteren Schritt mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung verbrieft. Mit der Unterzeichnung der Erklärung haben die Teilnehmer die Möglichkeit einen Lehrgang bei Drempels Weg zu besuchen, auf den die Unterzeichner, bei erfolgreichem Abschluss, sogar einen Nachlass erhalten.

Das erklärte Ziel der Initiative Drempels Weg ist es, jedes Jahr 100 relevante Internetseiten barrierefrei zu machen. Nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch ältere Menschen und Menschen ausländischer Herkunft werden dieses Engagement danken. Doch nicht nur die Besucher dieser Seiten kommen in den Genuss der Vorteile barrierefreier Informations-Technik, auch die Seitenbetreiber selbst werden ihre neu gewonnene Barrierefreiheit in Zukunft kaum missen wollen.

Aktionen, wie diese gibt es natürlich nicht nur in den Niederlanden. Kürzlich war zum Beispiel zu lesen, dass die Britische Disability Rights Commission in jahrelanger Arbeit 1000 Websites auf Barrierefreiheit getestet hat (Darüber in einem anderen Artikel mehr). Und der Barrieretest der 30 größten DAX-Unternehmen mit dem Titel "DAX 30 Unternehmen − verschenken Wettbewerbsvorteile" zielt ebenfalls in diese Richtung. Einziger Unterschied bei unseren niederländischen Nachbarn, hier werden die Untersuchungen nicht nur einmalig durchgeführt. Nachhaltigkeit ist die Devise, und wenn man die Vorteile, die barrierefreies Webdesign definitiv bietet entsprechend kommuniziert, wird die Wirtschaft von sich aus aktiv werden.

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Barrierefreies Internet

Als Agentur für Universelles Design und Herausgeber des Barrierekompass, hat anatom5 seit 2003 eine weitreichende Expertise im Bereich barrierefreie Informationstechnologie erlangt.

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