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Barrierefreie Informations-Terminals in Düsseldorf

17. Oktober 2004

Am 12.10.2004 berichteten die Kobinet-Nachrichten über einen "besonderen" Service, den das Straßenverkehrsamt Düsseldorf Bewohnern und Besuchern der Stadt Düsseldorf bietet. Demnach hat das Straßenverkehrsamt Informations-Terminals installiert, die sowohl gehenden als auch gehbehinderten Besuchern frei zugänglich, und somit von allen benutzbar sein sollen.

Nach Angaben von Kobinet und der Herstellerfirma sind die Terminals in Düsseldorf sogar barrierefrei:

Eine Einheit aus TFT-Monitor und Edelstahl-Tastatur kann durch Knopfdruck auf Rollstuhlfahrerniveau gesenkt werden. Bei loslassen des Tasters bleibt der "Schlitten" an der gewünschten Stelle stehen. So kann jeder die Bildschirm- und Tastatureinheit auf seine individuelle Größe einstellen und individuell und barrierefrei das Angebot nutzen

Nun können wir von unserem Schreibtisch aus schlecht überprüfen, ob die Informations-Terminals tatsächlich barrierefrei im Sinne des Herstellers sind, oder nicht. Da der Hersteller aber ohnehin nur die Barrierefreiheit der Hardware beschreibt, ist die Frage für uns nicht wirklich ausschlaggebend. Obwohl die Tatsache, dass die Terminals auch für gehbehinderte Menschen benutzbar sind nicht mehr bedeutet, als dass bei der Entwicklung der Terminals auch an Rollstuhlfahrer gedacht wurde. Insofern stellt sich uns die Frage, sind Informations-Terminals schon dann barrierefrei, wenn Sie problemlos erreichbar sind? Oder kann man erst von Barrierefreiheit sprechen, wenn auch die bereitgestellten Informationen für alle Menschen zugänglich sind.

Dummerweise hat sich im Original-Artikel der Kobinet-Nachrichten ein Missverständnis eingeschlichen, denn der Artikel ist mit der Überschrift "Barrierefreies Internet-Terminal" versehen. Das allerdings würde den Schluss nahe legen, dass die Angebote der Terminals tatsächlich auch barrierefrei zugänglich sind.

Um die Zugänglichkeit, beziehungsweise die Barrierefreiheit von Informations-Terminals im Bereich der Benutzeroberfläche zu gewährleisten, gelten aber im Prinzip die gleichen Regeln, wie für barrierefreies Webdesign. Das würde allerdings auch die Bedienung des Angebots zum Beispiel mit Hilfe verschiedener assistiver Technologien voraussetzen. Assistive Technologien, die bei den meisten öffentlichen Informations-Terminals sicherlich nicht vorgesehen sind. Auch die Informations-Terminals in Düsseldorf werden vermutlich nur mit Standard-Browser und Standardeinstellung ausgestattet sein, was wohl auf die meisten Informations-Terminals zutrifft.

Abgesehen davon ist die Barrierefreiheit von Informations-Terminals maßgeblich von den bereitgestellten Informationen abhängig. In Düsseldorf sind das natürlich vor allem Online-Services der Stadt Düsseldorf. Dass die von Barrierefreiheit noch weit entfernt sind, kann man auch ohne Expertenwissen schnell erkennen.

Trotzdem sind die Informations-Terminals in Düsseldorf ein guter Schritt. In einem Nächsten sollte die Stadt Düsseldorf ihr Stadtportal Richtung Barrierefreiheit bringen. Die Landesverordnung wird man ja mittlerweile kennen.

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