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Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit auf dem Prüfstand

23. Juni 2004

Heute flatterte erneut eine Pressemitteilung des BMGS auf unseren Schreibtisch. Gerade erst hatten wir interessiert zur Kenntnis genommen, dass man sich mit dem Thema Sprachausgabe für spezielle Zielgruppen auseinandergesetzt hat, da kommt schon wieder Neues auf uns zu. Das Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit (APUG) hat eine neue Internetseite erhalten. Gegründet wurde APUG 1999 und es vernetzt die Politikbereiche Umwelt-, Gesundheit- und Verbraucherschutz auf Ebene der beteiligten Ministerien und Bundesoberbehörden.

Die Botschaft des Aktionsprogramms ist: Umwelt und Gesundheit gehören zusammen. Dazu sagt Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung:

apug.de will informieren und beraten, aufklären und initiieren. Die enge Verbindung einer guten Gesundheit mit einer guten Umwelt soll deutlich gemacht werden. Denn gesund leben lässt es sich nur in einer gesunden Umwelt. Dazu gehören vor allem saubere Luft, Schutz vor Lärm und gesundes Trinkwasser.

Scheinbar dürfen nur Menschen ohne Handicap gesund leben und sich bei APUG über Themen wie "Gesund Wohnen", "hoher Blutdruck durch Lärm" oder "Muttermilch im Test" informieren. Denn barrierefrei ist die Seite leider nicht und somit nicht für alle zugänglich. Zwar kommt die Seite ohne Layout-Tabellen aus, aber das war es dann auch schon mit der Barrierefreiheit. Fehlende Alternativtexte für Bilder und Grafiken lassen den Besuch mit dem Screenreader zur munteren Raterunde werden. Die Hauptnavigation wird zu: [nb1.gif] [nb2hv.gif] [nb3.gif] [nb4.gif] [nb5.gif] [nb6.gif] [nb7.gif] [nb8.gif] - wohl dem, der damit etwas anfangen kann. Leider fehlen auch Title-Attribute bei den Links, so dass man wirklich nur raten kann. Fehlanzeige auch in Punkto Erklärung von Abkürzungen und Akronymen. Dazu der leichtfertige Gebrauch von Anglizismen in der Metanavigation, wobei das gesamte Dokument ohne Sprachauszeichnung auskommt und die Auszeichnung von Sprachwechseln dem in nichts nachsteht.

Nachdem die Seite - wie bereits erwähnt - ohne Layout-Tabellen auskommt und die Schrift dankbarerweise skalierbar ist, sollte man annehmen, dass sich das gesamte Layout nach Benutzervorstellungen skalieren lässt. Doch auch in diesem Punkt scheitert die neue APUG-Website, denn die grafische Navigation im Hauptmenü lässt sich gar nicht skalieren und alle anderen Punkte verschieben sich beim Vergrößern hintereinander, so dass ein Lesen der Inhalte nahezu unmöglich wird. Bereits ab einer Vergrößerung von mehr als 120% gibt es Probleme mit der generellen Lesbarkeit. Eine Druckversion würde hier vielleicht helfen, was angesichts der Tatsache, dass die Seite nahezu gänzlich mit CSS aufgebaut ist, ein Leichtes sein sollte. Keine Druckfunktion, kein entsprechendes Stylesheet und kaum noch Hoffnung, dass dieser Test ein gutes Ende nimmt. Wir würden wirklich gerne besseres berichten, allein es fehlen die Anhaltspunkte. Schlechte Kontraste, wie im Bildausschnitt dargestellt, sorgen auch bei Menschen mit Farbblindheit für Probleme und fördern den kollektiven Rate-Charakter der Seite. Die nicht vorhandene Zuordnung von Formular-Elementen mit Hilfe von Labels gehört ebenfalls in diese Kategorie der Nachlässigkeiten.

Bleibt zu guter Letzt noch die Überprüfung auf Validität, die wir für den Bereich HTML unter anderem mit dem neuen SELFHTML-Validator durchgeführt haben. Doch auch hier gibt es keine lobenden Worte. Sowohl die Überprüfung der Quelltexte für HTML als auch CSS brachten keine positiven Ergebnisse. Nach den zuletzt so positiven Nachrichten rund um barrierefreie Internetseiten, wie beispielsweise der Relaunch der Bundesbank oder auch die Tchibo-Holding, hier wieder ein Beispiel, wie man es besser nicht machen sollte.

Nicht unerwähnt bleiben soll hier die Tatsache, dass die Website sich mit dem Internet Explorer 6 nicht richtig anzeigen ließ - zumindest auf einigen der von uns getesteten Systeme. Ältere Versionen des gleichen Browsers zeigten die Seite weitestgehend korrekt an, mit der neuesten Version des Internet Explorers unter Windows XP wurde uns jedoch das gesamte Layout durcheinandergewürfelt und Bilder nicht angezeigt.

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