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Aktion zur Rettung vom Genitiv

29. Oktober 2004

Deutsche Sprache, schwere Sprache? Darüber streiten gegenwärtig nicht nur die Kultusminister der einzelnen Bundesländer, verschiedene Gazetten und so mancher Stammtisch-Bruder, sondern auch die Einfachsprecher unter den Accessibility-Jüngern. Wir haben unsere Meinung zu diesem Thema ja bereits kund getan und möchten hier und heute etwas dafür tun, dass Sprache nicht nur einfacher, sondern auch wieder korrekter wird.

Es geht um den Genitiv. Die zugehörige W-Frage lautet hier: "Wessen Internetseite ist das?" - Die richtige Antwort lautet: "Dies ist die Internetseite des Barrierekompass." Einzige Ausnahme ist hier vielleicht der gepflegte Ruhrpott-Dialekt, wo man ein solches Satzkonstrukt nicht kennt und eher sagen würde: "Dat is dem Barrierekompass seine Seite." Übrigens ist das Aussterben des Genitivs keine neuzeitliche Erscheinung. Bereits in seinem Werk "Die Feuerzangenbowle" machte Heinrich Spoerl auf diesen Sachverhalt aufmerksam. Der Schüler Ackermann, im Film von Heinz Rühmann gespielt, wird dort mit den Worten: "Es heißt nicht wegen dem Schild, sondern wegen des Schildes!" gerügt. Der Film stammt immerhin aus dem Jahr 1944.

Bastian Sick nimmt sich seit vielen Kolumnen als Zwiebelfisch der deutschen Sprache an und erklärt, warum man eine Sprachpolizei braucht und wie die entsprechenden Bußgelder auch der Ausdrucksweise deutscher Politiker zugute kommen würden. Kaum zu glauben, dass man über Phänomene wie unregelmäßige Verben oder sich epidemisch ausbreitende Suffixe so unterhaltsame Texte schreiben kann, wie Bastian Sick in seinem Buch "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod".

Zum Totlachen komisch, herzerfrischend und lehrreich zugleich. All diese Attribute treffen auf das wohl ungewöhlichste Lehrbuch der deutschen Sprache zu. Die oder das Nutella - diese Frage hat schon viele Gemüter am Frühstückstisch bewegt. Der, die, das - wieso, weshalb, warum? Ob Nutella nun weiblich oder sächlich ist, ist sicherlich keine Frage auf Leben und Tod, aber eine Antwort hätten wir schon gern. Wir, die wir unsere liebe Not mit der deutschen Sprache haben. Und leichter, verständlicher oder zumindest nachvollziehbarer ist es nach der Lektüre vom Zwiebelfisch ... sorry ... des Zwiebelfisches in jedem Fall. Oder wissen Sie ganz spontan, ob es nun "gedownloadet" oder "downgeloadet" heißt? Die Antwort ist so einfach wie verblüffend, denn richtig heißt es "heruntergeladen".

Wer sich vor der Anschaffung des Buches (der Lerneffekt setzt ein!) zunächst einmal von den Qualitäten des Autors (jetzt hat er sein Ziel erreicht, ich nutze den Genitiv) überzeugen möchte, der kann dies in seiner Kolumne bei Spiegel-Online tun. Da die Kolumne weitergeführt wird, kann man in absehbarer Zeit auf einen zweiten Band hoffen.

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