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Barrieren in PDF - darauf müssen Sie achten

Welche Barrieren im PDF-Dokumenten gibt es eigentlich?

PDF-Dokumente können unterschiedliche Barrieren beinhalten. Um einige davon zu erkennen, müssen Sie noch nicht mal Experte sein. Manche Barrieren sind Ihnen sicherlich auch schon mal begegnet. Sehr verbreitete Barrieren sind beispielsweise eine unangemessene Dateigröße, fehlende Informationen über den Inhalt, oder falsche beziehungsweise zu strenge Sicherheitseinstellungen und fehlende Abwärts-Kompatibilität.

Die meisten Barrieren finden Sich aber erst im geöffneten Dokument. Der absolute Gau sind rein grafische Dokumente, welche keinen Text enthalten, was häufig bei eingescannten Dokumenten auftritt, für die keine Texterkennungssoftware eingesetzt wurde. Ein solches Dokument können Sie auch im Nachhinein nicht mehr hinsichtlich der Barrierefreiheit optimieren.

Fehlende Strukturen und Semantik

Den meisten PDF-Dokumenten fehlt es an jeglicher Struktur, beziehungsweise die Struktur wird nur über Effekte erzielt, die keinerlei Semantik beinhalten und übermitteln. Solche unstrukturierten Dokumente sind insbesondere für Screenreader-Nutzer eine echte Hürde. Screenreader erkennen in einem solchen Dokument weder Überschriften, noch Absätze oder Listen. Bei mehrspaltigen Dokumenten wird es noch schwieriger. In der Regel stimmt der Textfluss in einem nicht barrierefrei optimierten Dokument nicht mehr, so dass die Lesereihenfolge für Nutzer von Vorlesesoftware nicht mehr brauchbar ist. Fehlende Alternativtexte und Lesezeichen sowie ein fehlendes, korrekt verlinktes, Inhaltsverzeichnis erschweren das Verständnis und die Orientierung.

Farbkontraste, Schriftgröße und Umfließen-Funktion

Auch an Farbkontraste und die Standardschriftgröße müssen Sie denken. Zwar bieten PDF-Dokumente von Haus aus eine gute Vergrößerungsmöglichkeit, aber diese ist für die Bedürfnisse visuell eingeschränkter Menschen nicht ausgelegt. Bei der Skalierung der Standardschrift entstehen auch bei PDF-Dokumenten horizontale Scrollbalken, die die Benutzung erschweren. Um dies zu verhindern gibt es in Acrobat die Umfließen-Funktion. Vor allem diese Funktion ist für die Erstellung barrierefreier PDF Dokumente eine Herausforderung.

Achtung Screenreader

Hürden für Screenreader-Nutzer

  1. Der Textfluss im Dokument weist keine Linearität auf - ein Phänomen, das häufig bei komplexeren Dokumenten mit mehreren Spalten und vielen Bildern, Grafiken, Listen, etc. auftritt. Die Reihenfolge, in der einzelne Textabschnitte vorgelesen werden, stimmt dann nicht mehr.

  2. Bilder und Grafiken verfügen nicht über Alternativtexte, so dass Screenreader- Nutzer keine Informationen über Bildinhalte erhalten.

  3. Fehlende Tags (siehe Glossar) und Lesezeichen sowie ein fehlendes Inhaltsverzeichnis erschweren die Navigation.

  4. Fehlende Auszeichnung der originären Sprache des Dokuments, bzw. nicht gekennzeichnete Sprachwechsel (nur absatzweise möglich), Abkürzungen und Akronyme sind für Screenreader unüberwindbare Hürden.