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Visionen für mehr Accessibility

28. April 2017

Zum Glück gibt es sie: Menschen, die durch ihre Arbeit einen besonderen Beitrag leisten möchten. Die eine Vision haben und diese leidenschaftlich und ehrgeizig verfolgen. Für eine bessere Welt. Diese Menschen gibt es in den unterschiedlichsten Bereichen, aber vor dem Hintergrund unserer täglichen Arbeit bei anatom5 und als Herausgeber des Barrierekompass, fällt unser Augenmerk hier auf Menschen, denen das Thema Accessibility am Herzen liegt.

Wir sind uns sicherlich alle einig: Wir alle können uns eine Welt ohne Internet, E-Books, Online-Shopping, Smartphones, Smartwatches, Apps, Soziale Medien uvm. nicht mehr vorstellen. Jedoch ist diese Welt für Menschen mit Behinderung immer noch mit Barrieren gepflastert. Wir haben schon über die unterschiedlichsten Accessibility Lösungen berichtet, deren Aufgabe es ist, Menschen mit Behinderung bei den alltäglichen Herausforderungen zu helfen, damit sie aktiv an der digitalen Welt teilhaben können. Von Assistiven Technologien, wie Screenreadern (Vorlese-Software), die blinden und sehbehinderten Menschen den Zugang zu digitalen Informationen in den letzten Jahren stark vereinfacht haben, über Eye-Tracking, bis hin zu Handschuhen, die Gebärdensprache übersetzen. Im Folgenden stellen wir einige weitere Lösungsansätze vor, die sich dem Thema Accessibility widmen:

Tablet "Holy Braille Project"

Anfang 2016 haben wir bereits über das Team an der University of Michigan berichtet, das an einem Tablet arbeitet, das Braille-Schrift direkt auf dem Display nachbilden kann. Weil Braille-Zeilen extrem teuer sind und sich mit ihnen immer nur eine geringe Anzahl von Zeichen abbilden lassen, arbeitet das Team an einem neuartigen Display, das das Lesen von kompletten Textseiten sowie Grafiken ermöglichen soll.

Tactile

Tactile ist das erste tragbare Gerät, das Text in Echtzeit in Braille-Schrift übersetzen kann. Ein Team aus sechs Studentinnen hat den Prototypen entwickelt, um Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit zu jeder Zeit und an jedem Ort die direkte Interaktion mit gedrucktem Text zu ermöglichen. Die Nutzer müssen Tactile lediglich über den gedruckten Text führen und können diesen dann über die Braille-Zeichen auf der oberen Fläche des Gerätes lesen. Die sechs Studentinnen wurden mit ihrer Erfindung in das „MakeWhatsNext“ Patent Programm von Microsoft aufgenommen.

Finger Reader

Beim Finger Reader handelt es sich um tragbares Gerät (aktuell 2017 noch ein Prototyp), das beim Lesen von gedrucktem Text und bei der Sprachübersetzung hilft. Der Nutzer trägt das Gerät am Zeigefinger und führt den Finger über den Text. Der Finger Reader scannt den Text und liest die Worte über Audio aus. Er gibt auch Hinweise an den Leser was das Layout betrifft, z.B. informiert er über Zeilenanfang und Zeilenende oder gibt Feedback, wenn der Nutzer mit seinem Finger zu sehr von der Zeile abweicht.

Dot

Bei Dot handelt es sich um die erste weltweite Smartwatch für blinde Menschen, die mit 290 US Dollar bezahlbarer als die bekannten e-braille-Geräte ist, die tausende von Dollar kosten. Die Smartwatch ermöglicht blinden Menschen zu jeder Zeit den Zugang zu Messages und Tweets über die Braille-Zeichen auf ihrer Oberfläche. Dot lässt sich via Bluetooth mit jedem Smartphone verbinden und übersetzt jeden Text, von E-Mails bis zu Messaging-Apps.

Talkitt

Talkitt ist für Menschen mit Sprachstörungen gedacht und kann ihnen helfen, mit anderen Menschen zu kommunizieren, indem es unverständliche Aussprachen in verständliche Rede übersetzt. Das Gerät ist in der Lage, dies in unterschiedlichen Sprachen zu tun und der Algorithmus kann die Sprachmuster des Benutzers erlernen und ein persönliches Sprachwörterbuch für bessere Übersetzungen erstellen. Laut Internetseite von Talkitt ist der offizielle Launch für 2017 geplant.

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Eye-Tracking: Das es Nutzern ermöglicht, alleine über die Bewegung von Kopf und Augen einen Computer zu steuern, sowohl Desktop-Computer als auch mobile Endgeräte. Damit Menschen, die aufgrund von motorischen Einschränkungen normale Bedienerkonzepte, welche den Einsatz der Hände voraussetzen, nutzen können.
  • Handschuhe, die Gebärdensprache übersetzen: An beiden Händen getragen, sind sie in der Lage, Handgesten zu erkennen und diese in Amerikanische Gebärdensprache zu übersetzen.
  • Screenreader: Ohne Internetzugang wächst die "Digitale Kluft" unweigerlich und Menschen mit Behinderung haben häufig mit Zugangsproblemen im Internet zu kämpfen. Zum Glück gibt es seit Jahren technische Lösungen und stetige Verbesserungen, welche die Teilhabe deutlich erleichtern.
  • Barrierefreiheit bei Smartphones und Apps: Sei es von der Zoomfunktion über Spracheingabe (Texterkennung, Sprachsteuerung), Screenreader (Sprachausgabe), Einstellung der Kontraste bis zu Schriftgrößeneinstellungen. So unterschiedlich die jeweiligen Bedürfnisse der Zielgruppe sind – sehbehinderte und altersweitsichtige Menschen sind auf andere Funktionen angewiesen als blinde Menschen – so vielfältig sind die nützlichen Bedienelemente.

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