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PAC 3.0 ist da

8. Januar 2018

Unter der Überschrift "Barrierefreie PDF prüfen – mit Tools testen" hatten wir Ihnen schon einmal verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wie Sie PDF auf Barrierefreiheit überprüfen können. Neben dem PDF Accessibility Checker waren dies BaNu (ein Online-Prüftool des Bundesverwaltungsamts – Bundesstelle für Informationstechnik), das integrierte Testtool von Adobe Acrobat Pro selbst sowie Testmöglichkeiten mit Screenreadern wie NVDA und VoiceOver. Jetzt ist PAC 3 rausgekommen.

Der PDF Accessibility Checker – kurz PAC oder PAC-Test genannt – ist ein kostenloses Prüfwerkzeug der schweizerischen Stiftung "Zugang für alle". PAC prüft Barrierefreiheit von PDF-Dokumenten und Formularen entsprechend des so genannten PDF/UA-Standards (UA steht für Universal Accessibility). Wer sich mit dem Thema Barrierefreiheit von PDF Dokumenten befasst, kommt am PAC de facto nicht vorbei, denn das Prüfwerkzeug selbst ist auch in Deutschland mittlerweile die Referenz schlechthin. Nun gibt es das Tool in der 3. Generation. Kurz vor Weihnachten 2017 hat die Stiftung Zugang für alle die neueste Version zum Download veröffentlicht.

PAC-Test – das ist neu

Mit dem PAC-Test in 3. Generation liefert die Stiftung Zugang für alle natürlich ein paar neue Features mit aus. Eine ausführliche Aufstellung (inklusive Erläuterungen) finden Sie auf den Seiten von www.access-for-all.ch – in Kürze soll auch eine ausführliche Bedienungsanleitung folgen. Wobei diese eigentlich nicht notwendig ist.

Testbericht als barrierefreies PDF

Vor allem für Kunden dürfte der exportierbare Testbericht der Ergebnisse als "barrierefreies PDF" interessant sein. Lustiger Weise schaffen die PAC-Testberichte aktuell den PAC 3.0 Test selbst noch nicht, weil für die Dokumenten-Vorschau ein Alternativtext fehlt. Aber das wird sicherlich in Kürze behoben werden. Und dass der PAC-Prüfbericht den Umfließen-Modus nicht unterstützt, ist letztendlich nicht überraschend (aber das ist ein anderes Thema).

Neues Register "Artefakte"

Mehr für Experten ist die neue Registerkarte "Artefakte". Wobei auch Kunden gerne mal unter dieser Registerkarte nachschauen können, was denn im PDF-Dokument so alles als "Artefakt" getaggt wurde. Denn das war in der Vergangenheit stets ein Kritikpunkt am automatischen PAC-Test: man konnte fast alle Inhalte als Artefakt auszeichnen und erhielt trotzdem ein positives Testergebnis. Artefakte sind Hintergrundelemente, die nicht in der Tag-Struktur auftauchen und somit auch für Screenreader-Nutzer nicht vorhanden sind. Mit der neuen Registerkarte "Artefakte" können Kunden jetzt relativ einfach überprüfen, ob Artefakte sinnvoll eingesetzt wurden.

Zuweisung von Kopfzellen

PAC 3 prüft jetzt, ob in Datentabellen eine Zuweisung der Kopfzeilen stattgefunden hat. Bei einfachen Datentabellen ist das vielleicht nicht notwendig. Bei komplexeren Datentabellen aber schon sehr hilfreich. Ärgerlich ist allerdings, dass diese Prüfung beispielsweise in PAC 2 nie stattgefunden hat. An den zu Grunde liegenden Richtlinien hat sich aber nichts geändert. Das heißt, viele PAC 2 konforme Dokumente werden jetzt den PAC 3 Test nicht mehr bestehen, wenn Tabellen enthalten sind.

PAC-Test – noch Verbesserungspotenzial

Der PAC-Test ist wie gesagt mittlerweile de facto Standard in Deutschland, wenn es um die Prüfung von barrierefreien PDF-Dokumenten geht. Ehrlich gesagt muss man dafür auch dankbar sein, denn ansonsten gäbe es keine einheitliche Referenz (die auf Knopfdruck funktioniert). Die gelegentliche Kritik an PAC, beziehungsweise dem PDF/UA-Standard ist ein anderes Thema.

Trotzdem wirkt PAC 3 noch etwas fehlerhaft. Jan Hellbusch hat kürzlich getwittert (https://twitter.com/2bweb/status/948185337108598785), dass PAC 3.0 bei einer korrupten PDF (mit nicht behobenen Fehlern) die PDF/UA-Konformität attestierte. Dazu zählten Grafiken ohne Alternativtext. Uns ist aufgefallen, dass alle numerischen Werte in der Übersicht fälschlicherweise doppelt gezählt werden, was dann so auch im exportierten Prüfbericht steht. Ein Bug der schnell behoben werden sollte.

Früher war nicht alles besser, aber umgekehrt gilt das gleiche: In PAC 3 muss man offensichtlich zum Prüfen das Dokument jedes Mal neu in das dafür vorgesehene Fenster ziehen. Bei PAC 2 konnte man einfach noch einmal auf "Start" klicken und erhielt ein Test-Update. Das ist vor allem dann praktisch, wenn nur eine Kleinigkeit in der gleichen Version geändert werden musste.

Und auch das war mal besser: wenn leere Tags im Dokument sind, gibt es zwar eine Fehlermeldung (beispielsweise bei leerem "Figure". Fehlermeldung: Mögliche unangebrachte Verwendung des Strukturelements "Figure"), aber es wird nicht angezeigt wo. Bei einem großen Dokument kann die Suche dann schon mal sehr aufwendig sein. Ein Hinweis mit Pfadangabe, wie das bei PAC 1 noch der Fall war, wäre wünschenswert – vielleicht dann für PAC 3.1.

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