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Online-Handel wächst kräftig

22. November 2004

Laut einer aktuellen Untersuchung der Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK Gruppe) verzeichnet der Online-Handel 2004 wieder kräftigen Umsatzzuwachs. So profitiert der Online-Handel auf der einen Seite von der weiter wachsenden Zahl an Computern und Online-Anschlüssen in Privathaushalten - im Januar 2004 gab es in Deutschland 38,1 Millionen private Internetnutzer - und auf der anderen Seite von der steigenden Akzeptanz des Online-Handels. So nahm die Einkaufsfrequenz im Internet überproportional zu.

Neugier, Bequemlichkeit und zumeist auch Preisvorteile

Diese erfreulichen Ergebnisse für den Online-Handel in Deutschland sind in erster Linie auf eine veränderte Einstellung, beziehungsweise veränderte Rahmenbedingunge bei Verbrauchern zurückzuführen. So machen laut GfK-Studie vor allem Neugier, Bequemlichkeit und Preisvorteile das Einkaufen im Internet attraktiv. Der Online-Handel konnte seinen Umsatzanteil in den ersten sechs Monaten des Jahres 2004 von drei auf fünf Prozent fast verdoppeln.

Internet-Apotheken besonders bei Senioren sehr beliebt

38,1 Millionen private Internetbenutzer verzeichnete die GfK-Studie Anfang 2004. Dabei liegt der Altersdurchschnitt des deutschen Internetbenutzers bei etwa 37,7 Jahren. Sprich der durchschnittliche Kunde im Online-Handel ist knappe 38 Jahre alt. Nicht so im Online-Geschäft der meisten Internet-Apotheken. Diese verzeichnen nach einer Befragung des Online-Portals medpreis.de einen regelrechten Senioren-Boom. Bequemes Einkaufen und günstige Preise wurden auch hier als Hauptgründe für Online-Käufe genannt.

Mit 34 Prozent der Befragten stellt die Gruppe der 45- bis 60-jährigen den größten Anteil der Kundschaft. Addiert mit den über 60-jährigen (fast 18 Prozent) stellen die "Oldies" mit fast 52 Prozent die Mehrheit aller Käufer der Internet-Apotheken.

Besonders interessant: Fast 58 Prozent der Befragten bestätigten, gelegentlich Produkte zu bestellen, die sie in einer konventionellen Apotheke nicht gekauft hätten. Auf die Frage "Können Sie sich vorstellen, Ihren gesamten Bedarf an verschreibungsfreien Medikamenten über Internet-Apotheken zu decken?" antworteten 88 Prozent der Befragten mit Ja. Grund zum Optimismus.

Übrigens: Unter dem Titel "Apotheken und Versandhandel" wurde im April 2004 am Institut für Handelsforschung eine Passanten- und Online-Befragung durchgeführt, in der die Bedürfnisse von Konsumenten hinsichtlich der Leistungen von Apotheken, insbesonder der Versand- und Internet-Apotheke abgefragt wurden. Die Studie kann zum Preis von 99 Euro bei ECC-Handel bestellt werden.

Online-Handel wächst, aber 40 Prozent brechen Kauf in Online-Shops ab

Studien, Studien, Studien. Auf der einen Seite ermittelt die GfK Gruppe einen deutlichen Zuwachs im Online-Handel und das Online-Portal medpreis.de konstatiert eine hohe Akzeptanz von Internet-Apotheken bei der Zielgruppe 50plus, auf der anderen Seite präsentierte das FAZ-Institut und die novomind AG gerade eine Studie, nach der 40 Prozent potentieller Kunden ihren Kauf in Online-Shops vorzeitig abbrechen.

Laut der Studie "Kundenkompass Onlineshopping" sind den virtuellen Kaufhäusern im ersten Halbjahr 2004 rund 2,1 Milliarden Euro Umsatz verloren gegangen, weil viele Kunden allein wegen technischer Probleme ihre Einkaufstour abgebrochen haben. Neben technischen Problemen und langsamen Seitenaufbau sind vor allem die Unübersichtlichkeit und die mangelnde Benutzerfreundlichkeit vieler Shops die Hauptbarrieren für den Online-Einkauf.

Zusammengefasste Barrieren für den Online-Kauf

  • Technische Probleme beim Seitenaufbau

  • Lange Ladezeiten

  • schlechter HTML/Script-Code

  • Schlechte Navigation und mangelnde Benutzerfreundlichkeit

  • Schlecht oder gar nicht auffindbare Informationen

  • Bestellvorgang zu aufwändig und zu kompliziert

  • Kasse oder Warenkorb nicht auffindbar

Beste Aussichten unter besseren Bedingungen

Zwar ist der Umsatz, der über Online-Shops generiert wurde, im Vergleich zum ersten Halbjahr 2003 weiter deutlich gestiegen - im ersten Halbjahr 2004 erhöhten sich die Einnahmen auf 5,3 Milliarden Euro gegenüber 3,8 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum 2003 - und das bevorstehende Weihnachstgeschäft wird die Zahlen auch nicht verschlechtern, aber Fakt ist: Die Aussichten könnten unter besseren Bedingungen deutlich positiver sein.

Barrierefrei heißt einfach für alle!

Wenn man sich die Barrieren für den Online-Kauf mal genauer ansieht, dann fällt auf, dass die meisten der genannten Probleme bei einer barrierefreien Umsetzung nicht auftauchen würden. Denn nicht zuletzt bedeutet Barrierefreiheit "einfach für alle":

  • Technische Probleme beim Seitenaufbau sollten bei Ausgabegerät unabhängiger Programmierung nicht auftreten.

  • Lange Ladezeiten sind bei einer barrierefreien Seite von Natur aus nicht zu erwarten.

  • Schlechter HTML- und Script-Code sollte bei standardkonformer Programmierung Vergangenheit sein.

  • Usability-Fehler, wie schlechte Navigationskonzepte, versteckte Funktionen (z.B. Warenkorb) und zu komplizierte Bestell- und Bezahlabläufe, um nur einige zu nennen, sind bei barrierefreier Umsetzung natürlich auch nicht ausgeschlossen. Allerdings sind grobe Usability-Fehler aufgrund der ausführlichen Grundkonzeption einer barrierefreien Website in der Praxis eher unwahrscheinlich.

Barrierefreie Shop-Lösungen

Online-Handel und Barrierefreiheit müssen sich nicht ausschließen, denn es gibt bereits Produkte am Markt, die selbst professionellen Anbietern optimale Shop-Lösung bieten. Zum einen gibt es Karova.com, ein System, das leider nur in englischer Sprache verfügbar ist und nur als "Hosted Solution" verfügbar ist, also nur auf den Servern des Shop-Herstellers betrieben werden kann. Barrierefrei ist die Lösung allemal, wie der Shop der britischen Sektion des WWF zeigt. Für alle, die gerne mehr Kontrolle über den eigenen Shop haben möchten, empfiehlt sich Zen Cart. Unbestätigten Gerüchten zufolge ist Zen Cart eine Abspaltung des populären und sehr umfangreichen Systems osCommerce, verfügt jedoch über eine viel einfachere Handhabung und wartet auch in Punkto Barrierefreiheit und Usability mit interessanten Features und Erweiterungen auf.

Fazit

Wenn Bequemlichkeit einer der wichtigsten Gründe ist, um seine Einkäufe Online zu tätigen, sollten Shop-Betreiber Ihren Kunden den Weg zum gewünschten Produkt so angenehm wie möglich gestalten. Dass dann noch deutlich mehr drin ist belegen die aktuellen Studien. Also: Keep it Simple, oder "einfach für alle".

Bildquelle: morguefile

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