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TV-Gebärdendolmetscher als Internet-Stream

Hybrides Fernsehen könnte bald die Lösung bieten

8. März 2012

Das von hörbehinderten Menschen lang ersehnte Ziel eines barrierefreien Fernsehens rückt ein Stück näher. Der Idee einer Salzburger Entwicklungsfirma zufolge, sollen sich hörbehinderte Menschen zukünftig zu Fernsehsendungen einen Gebärden-Dolmetscher aus dem Internet auf den Bildschirm holen können.

Auf diese Weise wäre eines der bisher größten Hindernisse für die Einblendung von simultanen Gebärdenübersetzungen, nämlich der störende Effekt für nicht hörbehinderte Menschen, ausgeräumt. "Das Ziel besteht darin, eine technische Lösung zu entwickeln, mit der es für die Rundfunkveranstalter zukünftig möglich wird, zu TV-Sendungen eine Gebärden-Übersetzung als Internet-Stream anzubieten. Der Zuseher kann dann mit seiner Fernbedienung den Gebärdendolmetscher zusätzlich auf den TV-Schirm holen und dabei auch entscheiden, wie groß die Person dargestellt werden soll." so Dr. Alfred Grinschgl, Geschäftsführer des Fachbereichs Medien bei der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH.

Voraussetzung für die Nutzung des geplanten Angebots wird die Verwendung eines so genannten "hybriden" TV-Empfangsgerätes sein, das mit einem Breitband-Internetanschluss und mit dem für Fernsehgeräte optimierten Internet-Browser HbbTV ausgerüstet ist. Der offene, europäische Standard HbbTV wird bereits seit Herbst 2011 auch auf dem österreichischen Markt in hybriden Fernsehgeräten und Satelliten-Receivern praktisch aller namhaften Hersteller angeboten, da bereits zahlreiche deutsche TV-Veranstalter Video- und Text-Services zum Abruf über das Internet auf Basis dieser Technologie bereitstellen.

Die Salzburger Entwicklungsfirma "gcs Global Communication & Services GmbH",deren Projektidee mit gut 50.000 Euro aus dem bei der RTR-GmbH eingerichteten Digitalisierungsfonds gefördert wird, erarbeitet zunächst eine detaillierte Studie zur technischen Realisierbarkeit des Dienstes. Diese will das Unternehmen bis Ende Juli 2012 vorlegen. In einem nächsten Schritt sollen dann Rundfunkveranstalter gesucht werden, die an einem Testbetrieb teilnehmen.

Eine der großen Herausforderungen für die Realisierung des "Gebärdendolmetschers auf Abruf" ist die zeitliche Synchronisierung von Rundfunksignal und Internet-Stream. "Zwar verlassen bei zum Beispiel Live-Sendungen das Rundfunksignal und der Internet-Stream mit dem Gebärdendolmetscher zeitgleich das Fernsehstudio, aber die Dauer für die Übermittlung auf den unterschiedlichen Übertragungswegen kann erheblich differieren. So können die Signale mit einer Abweichung im Minutenbereich beim Zuseher ankommen." erklärt Ing. Friedrich Krajnik von der gcs Global Communication & Services GmbH.

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